Der Erdfallkessel bei Buchholz

Im Bereich einer großen geologischen Störung, die sich in diesem Gebiet wie die Fahrstraße erstreckt, sind auslaugungsfähige Gipse des Zechsteins aufgeschlossen. Das von der Störung einsickernde Wasser hat den Gips aufgelöst und Höhlen gebildet. Diese brachen zusammen und bildeten den fast 30m tiefen Erdfallkessel.

Gegen 1750 wurde im Bereich des Erdfalles Kupferschieferbergbau betrieben. Dieser nutzte noch intakte Teile der Höhle zur Entwässerung. 1774 wurde der Bergbau aufgegeben. Schächte und Stollen sind verbrochen und unzugänglich.

5 Auslaugungsreste

4 Werraanhydrit

3 Höhle

2 Zechsteinkalk

1 Kupferschiefer

1994 wurde das in den Erdfall einfließende Oberflächenwasser gefärbt. Ein Verbleib konnte jedoch nicht nachgewiesen werden. Wahrscheinlich fließt das Wasser im nach Süden geneigten Schichteinfallen in Richtung Goldene Aue unterirdisch ab, um dort einem großen unterirdischen Karststrom in Richtung Sangerhausen - Artern zuzufließen.


Historischer Grenzstein

Grenzstreitigkeiten zwischen Kursachsen und Hannover wurden am 30. August 1735 in Nordhausen mit einem Abkommen beendet. Darin wurde festgelegt, daß die bisher eingerammten Grenzpfähle durch 252 Grenzsteine ersetzt werden sollten. Auf der hannoverischen Seite wurde das Roß, auf der sächsischen Seite der schreitende Löwe eingemeißelt. Der Löwe war das Wappen der Landgrafschaft Thüringen. Diese war 1423 im Kurlande Sachsen - Wittenberg aufgegangen.

Die Grenzlinie verlief mitten durch den Buchholzer Erdfall, in dem eigentlich drei Steine standen. Heute steht noch einer an der ursprünglichen Stelle. Einer ging verloren, der dritte wurde bei Renaturierungsarbeiten wiedergefunden. Sein Standort befand sich ursprünglich 50m weiter in Richtung des Dorfes.

Das ehemals kursächsische Dorf liegt an der alten Heerstraße Nordhausen - Breitenstein - Quedlinburg. 1294 wurde das weiter östlich gelegene Dörfchen Elbingen von König Adolfs Truppen zerstört, die Flüchtlinge siedelten sich in Buchholz an. Im Zuge der Grenzregulierung zwischen Sachsen und Hannover war die Gemeinde 1702 an Hannover gefallen, und der Stolberger Graf erhielt sie mit in sein hannoversches Lehen. In den Jahren 1728 bis 1767 hat das Kupferbergwerk hier geblüht. 1806 litt der Ort sehr unter dem Durchzug der Franzosen. Als die "St. Martinikirche", die aus dem 14. Jahrhundert stammte, baufällig wurde, ließ der Graf v. Stolberg das heutige Gotteshaus erbauen. Er war bei der Einweihung zugegen. Die Gemeinde gehörte bis 1932 zum Kreis Ilfeld.

GPS-Koordinaten
N 51.5402° E 10.8682°