Der Höhlenforscher Dr. Ing. Friedrich Stolberg schrieb 1968 in seinem Buch
„Befestigungsanlagen im und am Harz von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit“


122. Frankenhausen-Unterburg, ehemalige Wasserburg, Schloß. Frankenhausen, Kr. Artern (Frankenhausen), Bez. Halle (Schwarzburg-Rudolstadt).

Name: Frankenhausen, Schloß, Unterburg.

Meßtischblatt: 2674/4632 Frankenhausen; N 19,8; O 17,7.

Allgemeine Lage: Talaue der Kleinen Wipper zwischen Kyffhäuser und Hainleite (Nabelgau).

Örtliche Lage: 133 m NN am rechten Ufer der Kleinen Wipper, an der südöstlichen Ecke der Altstadt Frankenhausen.

Baugrund: Alluvialer Lehmboden über Unterem Buntsandstein.

Baumaterial: Karbonischer Sandstein, Sandstein, Kalk als Bruch- und Werkstein.

Beschreibung: Durch Umbauten 1533, 1578, 1589 und Wiederherstellung nach Bränden 1689, 1725 ist der Burgcharakter zwar verwischt, aber dennoch im Grundzug zu erkennen: Nord-Süd verlaufender länglich ovaler Burgplatz von Ringmauer umschlossen, etwa 50X60 m. Äußere Stützpfeiler, auf der Westseite Mauerrest mit Kamin. Die Ringmauer umschließt zwingerförmig den Renaissance-Schloßbau; derselbe etwa 20X50 m, anscheinend auf alten Grundmauern stehend, dreigeschossig, Zwerchgiebel. Der ausgedehnte Schloßpark östlich und nördlich deutet vielleicht ehemalige Vorburg an. 1789 endgültige Ausgestaltung des Schlosses.

Geschichte: Gründung des durch seine Saline wichtigen Platzes zu fränkischer Zeit. 998 Schenkungsurkunde Ottos III., die Saline betreffend; Stadtgründung vermutlich im 13. Jh. durch die Grafen v. Beichlingen, 1286 „civitas“; im 14. Jh. genannt die Unterburg. 1340 Verkauf Frankenhausens durch die v. Beichlingen an die Grafen v. Schwarzburg; 1571 Sitz selbständiger Linie bis 1597, seit 1599 Linie Schwarzburg-Rudolstadt bis 1918.

Lit. u. Abb.: MG DO III Nr. 305; B.u.KDm. Thüringen V S. 23 f.; Keyser, 1941 S. 292 ff.; Grimm, 1958 unter Nr.7 erwähnt; Tillmann, S. 245 u. K.27 h.