Der Höhlenforscher Dr. Ing. Friedrich Stolberg schrieb 1968 in seinem Buch
„Befestigungsanlagen im und am Harz von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit“


6. Allerburg, Burgreste. Bockelnhagen, Kr. Worbis, Bez. Erfurt.

Name: Allerburg, Ellerburg.

Meßtischblatt: 2523/4428 Weißenborn; N 19,8; W 22,5.

Allgemeine Lage: Südliches Harzvorland, Wasserscheide Elbe-Weser (Helme-Eller); (Lisgau).

Örtliche Lage: 322 m NN auf vereinzelt stehendem, steilen Bergkegel, südlich des Tals der Weilröder Eller (207 m NN), 1,1 km südsüdwestlich Bockelnhagen.

Baugrund: Oberer und Unterer Wellenkalk (Unterer Muschelkalk) über Oberem Buntsandstein.

Baumaterial: Muschelkalk-Bruchstein (neuzeitliche Ergänzungen Backstein, Fachwerk, Beton).

Beschreibung: Auf Bergspitze geebneter, ovaler Burgplatz 25X35 m, auf demselben nordwestlich Fundament eines mächtigen runden Bergfrieds von etwa 10 m Durchmesser. Um die ganze Burg tiefer Ringgraben mit hohem Vorwall. Nördlich ist der Graben zu einer Terrasse verbreitert (Vorburg?), innerhalb derselben Vertiefung (Brunnen?). Auf dem Fundamentstumpf des Bergfrieds ein moderner Rundturm mit Fachwerkaufbau von etwa 20 m Gesamthöhe mit Kegeldach, südöstlich daneben ein als Ruine liegengebliebenes, modernes Wohnhaus.

Geschichte: Eigenes Geschlecht, 1266 Besitz der Rieme v. d. Allerburg. Zu Beginn 14. Jh. Lehensverhältnis zu den Grafen v. Hohnstein, dann als Oberlehensherr der Landgraf v. Hessen-Kassel. Im Gebietsstreit Hessen-Mainz-Braunschweig im 14. Jh. um den Oberweserraum bildet die Allerburg einen Schlüsselpunkt: 1368 braunschweigisch, 1403 von Mainz besetzt. Nach Erlöschen der Rieme v. d. Allerburg um 1400 fiel die Burg an die Herren v. Minnigerode. 1538 war sie noch bewohnbar, als Hildebrand Rudolf v. Minnigerode hier einige Jechaburger Stiftsherren gefangensetzte; Absicht auf einen Neubau in Renaissanceformen als Schloß aufgegeben, 1544 Abbruch der Burg, aus ihren Steinen wurde das Hohe Haus in Bockelnhagen errichtet. Um 1930 Beginn eines Neubaues auf alter Grundlage, von dem der Turm vollendet wurde.

Lit. u. Abb.: Klaer, Der Harz 1924 Heft 3 S.335; v. Minnigerode-Allerburg, ZHV 29 1896 S. 214ff. u. K. u. ZHV 34 1901 S. 444ff. u. Zeichnung zum Neubau der Allerburg im 16. Jh.; Tillmann, S.13 u. Atl. K. 27 b.