Der Höhlenforscher Dr. Ing. Friedrich Stolberg schrieb 1968 in seinem Buch
„Befestigungsanlagen im und am Harz von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit“


220. Ilburg, Burgruine. Ilfeld, Kr. Nordhausen (Ilfeld) , Bez. Erfurt (Hildesheim).

Name: Ilburg, Ilfeld, Burgberg.

Meßtischblatt: 2525/4430 Nordhausen-Nord; N 8,4; O 12,8.

Allgemeine Lage: Südharzrand, Austritt der Behre zur Zorge (Helmegau).

Örtliche Lage: 312 m NN auf freistehendem kleinen Bergkegel, unmittelbar südlich der Ortslage von Ilfeld.

Baugrund: Porphyrit des Rotliegenden.

Baumaterial: Porphyrit als Bruchstein und Quadern (leicht bossiert) in Gipsmörtel.

Beschreibung: Anlage der Ebersburg verwandt (vgl. dort); Hauptburg rechteckig, ca. 30X40 m, mit gerundeten Ecken, umlaufende Mantelmauer, runder Bergfried südlich hinter derselben, östlich Kammertor mit eingezogenen Seitenwangen, Grundmauer eines rechteckigen Gebäudes an der Südostecke. Gut erhalten nur noch der Westteil der Mantelmauer, mit leichtem Knick in der Mitte und 3 Scharten, der sonstige Verlauf nur noch im Grundriß festzustellen, desgleichen Tor und Gebäude. Der runde Bergfried von ca. 10 m Durchmesser und 2-3 m Mauerdicke nur als halbseitiger Stumpf erhalten, die ganze Südhälfte ist eingestürzt und reicht als Schutthalde den Hang hinab, Graben und Vorwall (vgl. unten) verschüttend. Nördlich und westlich der Hauptburg breit terrassierte Vorburg von einfacher Ringmauer umgeben, von dieser nur noch ein Stück auf der Südseite mit Pforte erhalten. An ihrem westlichen Ende endet die Vorburg in einem Felskopf, auf dem Grundmauern einen Rundturm von ca. 9 m Durchmesser andeuten. Tor zur Vorburg an der Nordostecke. Um Haupt- und Vorburg gleichmäßig herumgezogen tiefer Ringgraben mit Vorwall, unterhalb des Bergfrieds durch dessen Trümmermassen verschüttet. Nordöstlich der Burg deutet eine kleine Terrasse im Hang auf ein ehemaliges Außenwerk hin.

Geschichte: Die Burg um 1150 durch den Grafen Elger I. von Bilstein erbaut, als „castrum Yleborgk“ genannt; in ihrem Schutz der Ort (Kloster) Ilfeld; das Geschlecht nennt sich fortan nach diesem: 1155 Edelgerus de Ilfeld; 1154 Adelgerus de Ilevelt. Adelger (Elger II.) erwarb in der zweiten Hälfte des 12. Jh. durch Heirat und Erbschaft die nahe Burg Hohnstein (vgl. dort); zweite Namensänderung in „von Hohnstein“. Stiftung des Klosters Ilfeld durch die Grafen 1189 und vermutlich Aufgaben der Ilburg, die als Steinbruch zum Klosterbau gedient zu haben scheint.

Lit. u. Abb.: UB Walkenried I Nr. 13; Meyer, ZHV 4 1871 S. 287, Hist. K.; Meyer/Rackwitz, Der Helmegau S. 70, Hist. K.; Stein, 1950 S. 17, 40, 49; Tillmann, S. 449 f.

GPS-Koordinaten
N 51.5798° E 10.7863°