Der Höhlenforscher Dr. Ing. Friedrich Stolberg schrieb 1968 in seinem Buch
„Befestigungsanlagen im und am Harz von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit“


290. Morungen (Alt), Burgruine. Mohrungen, Forst Eller-Eberstein, Kr. Sangerhausen (Mansfelder Gebirgskreis), Bez. Halle (Merseburg).

Name: Altmorungen.

Meßtischblatt: 2528/4433 Wippra; S 8,1; W 16,3.

Allgemeine Lage: Südöstlicher Harzrand (Friesenfeld).

Örtliche Lage: 0,5 km westlich Mohrungen, 325 m hoch auf vorspringender Klippe am Südhang des Bornberges.

Baugrund: Grünschiefer des Algonkium.

Baumaterial: Kleinsplitteriger Grünschiefer als Bruchstein mit Lagerfugen in Kalkmörtel.

Beschreibung: Kleiner, unregelmäßig fünfeckiger Burgplatz, 17X37 m, auf allseitig steil abfallender Klippe, östlich durch tiefen ausgeschlagenen Halsgraben vom Gelände getrennt. Der Graben setzt sich beiderseits als breiter Ringgraben mit Außenwall um den ganzen Burgfels herum fort, 2 weitere kurze Halsgräben im Nordosten bilden kleine Vorburgen. Auf dem Burgfels längs Südseite ein 20 m langes, 3 m hohes Stück der Ringmauer mit Öffnung (Scharte?) , auf Nordostecke Grundmauer eines ehemaligen quadratischen Turmes (Bergfried?). Bearbeitete Flächen deuten auf verschwundene Bauteile. Am Fuß der Klippe, innerhalb des Grabenringes, natürliche, anscheinend als Keller benutzte kleine Höhle. 100 m vom äußersten Halsgraben entfernt auf dem Bornberg, 35 m höher als die Burg, kleine Vorschanze (vgl. dort).

Geschichte: Es darf angenommen werden, daß sich urkundliche Nachrichten bis 1157 ausschließlich auf Altmorungen beziehen, Neu-Morungen (vgl. dort) tritt erst Mitte 13. Jh. in den Kreis urkundlicher Betrachtung. Etwa 1030 gibt Graf Goswin der Ältere v. Leige u. a. Morungen mit allem Zubehör seiner Tochter Sigena als Mitgift anläßlich ihrer Heirat mit Markgraf Wigbert (Wiprecht) v. Groitsch. Art und Umfang dieses Morunger Besitzes lassen auf das Vorhandensein einer Burg im 11. Jh. schließen. 1112 übergibt Wigbert II. Herrschaft und Burg „... cum urbe Morunge“ dem Kaiser Heinrich V., der dieselbe dem Grafen Hoyer v. Mansfeld überträgt, eine Folge der Gegnerschaft von Wigberts II. Sohn zum Kaiser. 1115 fällt Morungen an die Markgrafen v. Groitsch zurück und verbleibt in deren Hand bis zum Verkauf 1157 an Kaiser Friedrich I. 1158 „castrum Morungen“. Burgmannen sind fortan die Herren v. Morungen. Aus ihrem Geschlecht stammt der Minnesänger Heinrich v. Morungen, 1150-1220, dessen Person noch mit Burg Altmorungen in Beziehung stehen kann. Um 1200 scheint die Burg zu Gunsten von Neumorungen aufgegeben zu sein (vgl. dort).

Lit. u. Abb.: Ann. Pegav. S. 251; CdSr I A 2 Nr. 277, B.u.KDm. Prov. Sachsen XVIII S. 170 ff. mit Gr.; Grimm, 1958 Nr. 572; Größler, ZHV 11 1878 S. 120 f.; Krieg, Der Harz 1913 H. 8 S. 9 f.; Krieg, Mansf. Heimatk. 1924 S. 67 f.; v. Mülverstedt, ZHV 13 1880 S. 440 ff.; Tillmann, S. 30; Wäscher, 1962 S. 120 f., Abb. 367 Gr., 368, 370.
 

291. Morungen (Alt), Vorschanze, Burgreste. Mohrungen, Forst Eller-Eberstein, Kr. Sangerhausen (Mansfelder Gebirgskreis), Bez. Halle (Merseburg).

Name: Altmorungen-Vorschanze, Bornbergsmanze, „Turm“ auf dem Bornberg.

Meßtischblatt: 2528/4433 Wippra; W 16,5; S 8,8.

Allgemeine Lage: Südöstlicher Harzrand (Friesenfeld).

Örtliche Lage: 0,4 km westlich Mohrungen, 355 m hoch auf dem felsigen Gipfel des Bornberges.

Baugrund: Kieselschiefer des Algonkium.

Beschreibung: Geebneter Felskopf, 10X15 m, östlich und westlich je ein durchgeschlagener Halsgraben und Graben mit Vorwall südlich. Der steile Nordhang machte weitere Maßnahmen überflüssig. Keine Mauerreste. Südwestlich aufgelassene Phyllitgrube.

Lit. u. Abb.: Grimm, 1930 S. 124 u. K.; Grimm, 1958 Nr. 573; Krieg, 1924 S. 67 f.; Wäscher, 1962 S. 121, Abb. 369 Gr.