Der Höhlenforscher Dr. Ing. Friedrich Stolberg schrieb 1968 in seinem Buch
„Befestigungsanlagen im und am Harz von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit“


308. Nordhausen-Geiersbergwarte, erhaltener Wartturm. Nordhausen, Kr. Nordhausen (Stadtkr. Nordhausen), Bez. Erfurt.

Name: Geiersbergwarte, Warttürmchen, Weite Warte.

Meßtischblatt: 2525/4430 Nordhausen-Nord; S 7,6; O 11,5.

Allgemeine Lage: Südliches Harzvorland über der Zorgeniederung (Helmegau).

Örtliche Lage: 254 m NN am Westrand der Hochfläche des Geiersberges über dessen Abfall nach Zorge, 0,5 km nördlich der Stadtbebauung, 1,0 km nördlich der Altstadtmauer.

Baugrund: Diluvialer lehmig-sandiger Harzschotter mit nordischem Material.

Baumaterial: Hammerrechter Bruchstein aus Gips und Sandstein in Gipsmörtel. Schieferdach (neuzeitlich).

Beschreibung: Runder kleiner Turm, etwa 3 m Durchmesser, 7 m hoch, früher mit Holzaufbau, jetzt mit Kegeldach. Eingang 1,15 m über Erdboden, unterhalb des Daches Auslugfenster.

Geschichte: Vermutlich um 1350 anläßlich des Stadtmauerbaues errichtet. Die Warte war eine von den sechs damals gebauten Warten und ist als einzige erhalten geblieben. Zu Anfang des 19. Jh. mit einem Zeitball versehen, der Mittags- und Feierstunde anzeigte. (Die fünf anderen Warten waren: In der Gumpe, auf dem Töpferfelde, vor dem Bielentor, auf dem Taschenberg, auf dem Hohlungsbügel, vgl. unter „Warttürme“.) 1883 ausgebessert und mit Dach versehen.

Lit. u. Abb.: B.u.KDm. Prov. Sachsen XI S. 39; Stolberg, Festschrift II 1927 S. 602; Stolberg, Nordhausens Stadtmauertürme II, Nordh. Zeitung 23.4.1937.

GPS-Koordinaten
N 51.5156° E 10.7903°