Der Höhlenforscher Dr. Ing. Friedrich Stolberg schrieb 1968 in seinem Buch
„Befestigungsanlagen im und am Harz von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit“


307. Nordhausen-Wiedigsburg, verschwundene Wasserburg. Nordhausen, Kr. Nordhausen (Stadtkr. Nordhausen), Bez. Erfurt.

Name: Wiedigsburg, Weidenburg.

Meßtischblatt: 2525/4430 Nordhausen-Nord; etwa N 3,5; O 11,8.

Allgemeine Lage: Südliches Harzvorland, Zorgeniederung, Unterstadt von Nordhausen (Helmegau).

Örtliche Lage: Etwa 189 m NN im Stadtteil Altendorf der Unterstadt von Nordhausen am rechten westlichen Ufer des Mühlgrabens zwischen diesem und der Zorge in ehemaligem Teich- und Sumpfland.

Baugrund: Alluvium der Zorgeniederung.

Beschreibung: Nur noch Straßenname „Wiedigsburg“; ob eine aus Sandsteinquadern gefügte Sockelmauer an einem Gartengrundstück der nahen Rosengasse auf die Wiedigsburg zurückgeht, bleibt problematisch.

Geschichte: 1484 genannt im Register der Bestallung der Tore und Türme aus der Zeit 1484-1540 als „Widdinborgk“, „Widdnborg“. Zu ihrem Stückinventar gehörte eine Armbrust mit Spannhaken und Gürtel. Es scheint sich um ein selbständiges kleines Festungswerk zur Verteidigung des Mühlgraben-Einlasses gehandelt zu haben.

Lit. u. Abb.: B.u.KDm. Prov. Sachsen XI S. 5 f., 32 hist. Stadtpl.; Bohn, Leipzig 1701 (Fragment) „Weidenburg“; Archiv Nordh. Inventarium magistrorum telorum 1484-1540 (Pfeilmeisterliste); Stolberg, Festschrift II 1927 S. 596, 598; Tillmann, S. 741.