Schloß Wallhausen
 
909
Hochzeit von Heinrich & Mathilde
912
Geburt Otto I.
919
Heinrich wird König des Ostfränkischen Reiches
936
Heinrich stirbt, Otto I. wird König
962
Otto I. wird Kaiser des Heiligen Römischen Reiches
973
Otto II. wird Kaiser des HRR
996
Otto III. wird Kaiser des HRR
1115
Zerstörung der Kaiserpfalz
1125
Wiederaufbau
1169
Reichstag mit Kaiser Barbarossa
1414
Erwerb der Ländereien durch die Grafen von der Asseburg
1550
Beginn Neubau des Mittelhauses
1606
Anbau der Seitenflügel
1616
Weihe der Schlosskapelle
1755
Bau der Freitreppe
1945
Enteignung der Grafen von der Asseburg
1948
Nutzung als Schule bis 2004
2005
Erwerb durch Dr. Meier
2006
Wiedereröffnung


Der Höhlenforscher Dr. Ing. Friedrich Stolberg schrieb 1968 in seinem Buch
„Befestigungsanlagen im und am Harz von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit“


460. Wallhausen, Wasserburg zu Schloß abgewandelt, verschwundene Pfalz. Wallhausen, Kr. Sangerhausen, Bez. Halle (Merseburg).

Name: Wallhausen, Schloß.

Meßtischblatt: 2601/4533 Sangerhausen; N 17,3; W 11,8.

Allgemeine Lage: Am Nordrand der Helmeniederung, unmittelbar am Fuß des südlichen Vorharzrandes (Helmegau).

Örtliche Lage: 145 m NN im flachen Gelände nahe der Helme an der Südostecke des Dorfes.

Baugrund: Alluvialer Talboden der Helmeniederung.

Baumaterial: Sandstein als Bruch- und Werkstein.

Beschreibung: Heutiger Bestand ausschließlich später Gotik und Renaissance-Barock angehörend, nur Wall und großenteils verfüllte, breite Wassergräben verraten den einstigen Wehrcharakter. Aus den Lageplänen ergibt sich eine abgerundete Gesamtlage von ca. 200 m Durchmesser mit quadratischer Hauptburg im Norden, die von einem Wassergraben mit Vorwall umgeben ist, und einer im Westen und Süden angefügten Vorburg. Speisung der Gräben durch Zweige der Helme und die von Norden aus den Vorbergen her künstlich herangeführte Bachsleite. Der ganze Komplex mit einer Mauer umschlossen, die aber erst dem 16. Jh. und der Neuzeit angehört. Die Frage, ob hier der Standort der Pfalz, kann endgültig noch nicht geklärt werden (vgl. unter Wallhausen, Der Kaiser). Das nach Bauinschrift über dem Tor 1606-1615 errichtete beziehungsweise umgebaute jetzige Schloß nimmt den Platz der alten Hauptburg ein. Barocke, annähernd symmetrische Planung mit quadratischem, nach Norden offenem Ehrenhof, um den sich die drei rechtwinklig aneinanderstoßenden Flügel gruppieren. Jeder Flügel massiv mit Erd- und zwei Obergeschossen, mit schriefergedeckten Satteldächern. Der Südflügel (Hauptbau) mit achsial aufgeteilten, gekuppelten Fenstern und zwei an seinen beiden Enden nach Süden herausgestreckten Pavillons. An der Nordwestecke des Westflügels quadratischer Turm mit welscher Haube. Im Erdgeschoß Kellerraum mit rippenlosen Kreuzgewölben über runden, glatten Mittelsäulen. In den Obergeschossen teilweise barocke Dekors.

Geschichte: Über die geschichtliche Entwicklung bis 1115 siehe unter „Wallhausen, Der Kaiser“, wobei die Zuweisung der Daten zu einer Höhen- oder Niederungsburg noch nicht restlos geklärt werden kann. 1115 Zerstörung der sächsisch-salischen Pfalz durch Lothar v. Supplingenburg. Vielleicht als Folge Verlegung des Schwerpunktes in die - zweifellos damals bereits vorhanden gewesene - Niederungsburg (?). Mit dem 13. Jh. können unbedenklich die Daten auf jene allein bezogen werden. 1223 schenkt Kaiser Friedrich II. die mit ihren Gütern dem Reich unterstehende, der Pfalz verbundene Kapelle des hl. Martin dem Domstift zu Nordhausen. Die Pfalz muß demnach damals noch einen beachtlichen Stand besessen haben. Reichsministerialen v. Walhusen im 12. und 13. Jh. Dann Abgleiten von der königlichen Pfalz in die Dynastenburg. Vermutlich zunächst als Reichs-Lehensträger erscheinen die Grafen Kirchberg, deren Zweig sich nach Wallhausen nennt; 1358 Konrad de Walhusen, 1370 Konrad de Walhusen Bischof v. Meißen; dann v. d. Asseburg und Grafen v. Bocholz-Asseburg bis 1945.

Lit. u. Abb.: (vgl. auch unter Wallhausen, Der Kaiser): Vita Mathildis S. 567; MG DH I Nr. 4; MG DK II Nr. 128; Annal. Saxo S. 751; B.u.KD. Prov. Sachsen V S. 105 f.; Grimm, 1958 Nr. 607 (606) u. K. Abb. 21, 42; Grimm, 1961 S. 19 f., Abb.1 Lagepl.; Krieg, Der Harz 23 Quedlinburg 1916 H. 8 S. 60 Abb.; Schlag, Frankfurt 1940. Tillmann, S. 1162 Atl. 27 d; Timm, 1939 S. 469; Timm, 1941/1943 S. 450 ff.; Timm, ZHV 91 NF 10 1958 S. 1 ff.; Wäscher, 1962 S. 135 f. Abb. 440 Gr., 441-443 Ansichten, Keller.

GPS-Koordinaten
N 51.4595° E 11.2085°