Herzberg - Scharzfeld - Barbis
 
Charakteristik:Streckenwanderung
Beste Wanderzeit:April - Oktober
Wegemarkierung:überwiegend
Gesamtstrecke:ca. 14 km
Wanderdauer:ca. 5 Std. + Besichtigungen
Ausgangspunkt:Herzberg/Harz am Bahnhof oder am Busbahnhof.
Rückfahrt mit dem Linienbus von der Bushaltestelle "Am Roßholz" Barbis (Oderfeld) bzw. je nach Kondition ab Scharzfeld "Bahnhof" oder "Glogauer Straße"
Tages-Etappe eines mehrtägigen, naturkundlichen Regionalwanderweges (Karstwanderweg) entlang des gesamten Südharzes.
Besonders geeignet für Naturliebhaber, Familien, Gruppen, Hobbygeologen und -botaniker, Geschichtsinteressierte, naturkundliche Lehrwanderungen und wissenschaftliche Exkursionen.
www.karstwanderweg.de

Empfohlener Wanderverlauf:
Beginnen Sie Ihre Wanderung am Herzberger Bahnhof oder ab dem näher zur Wanderroute gelegenen Busbahnhof. Das erste Ziel ist der Jues-See; ein etwa 10.000 Jahre alter riesiger Erdfall, gefüllt mit einem See. Dort ist heute auch ein Freibad eingerichtet. Erdfälle sind Einbruchskrater, die auf das ausgelaugte Gipsgestein des Südharzer Untergrundes zurückgehen. Der weitere Weg führt über die Anhöhen der nordöstlichen Herzberger Feldflur über den Papenberg. An seinen Flanken zeigen sich große Erdfälle.
Weiter geht es über die Scharzfelder Flur auf den mit Serbischen Fichten (einem recht erfolgreichen Forstversuch) bestockten Schweinekopf hinüber zum Steinberg mit der berühmten Steinkirche. Diese ist ein späteiszeitlicher Lagerplatz von Rentier-Jägern; später wurde eine Kirche mit überdachtem Vorplatz eingerichtet. Auf dem Steinberg und dem angrenzenden Schulberg brennen jedes Jahr Osterfeuer, die in Scharzfeld nach alter Tradition kunstvoll gesteckt werden. Von den mittelsteinzeitlich besiedelten Halbhöhlen oder Felsschutzdächern des Schulbergs geht es über einen hübschen Höhenweg mit Fernblicken zur Einhornhöhle. In der Wanderbaude „Haus Einhorn“ können Sie sich stärken und akklimatisieren, bevor Sie unbedingt eine fachkundige Führung durch die Höhle antreten sollten.Die geologische und archäologische Forschung in dieser Höhle mit Goethe, Leibniz oder Virchow geht an die 500 Jahre zurück und begann mit dem Schürfen nach Einhorn, einer aus Knochen ausgestorbener Tiere gefertigten „Medizin“, an derer Statt man heute Viagra nimmt. Es sind wohl Tausende von Höhlenbärenknochen so aus der Einhornhöhle gegraben worden.
Der Weg führt jetzt hinab ins Hasenwinkeltal und dann steil hinauf zur Burgruine Scharzfels, einer von Franzosen 1761 zerstörten, entlang einer Dolomitfelsgruppe errichteten mittelalterlichen Feste; sie war zum Schluß königlich-hannöversches Staatsgefängnis, aus der am frühen Morgen des 5. November 1697 Eleonore von dem Knesebeck sich in tollkühner Flucht abseilte und ihren welfischen Häschern entkam. Sie war Kammerzofe der unglücklichen Prinzessin Sophie-Dorothea von Ahlden, Ehefrau des Kurprinzen und späteren Königs Georg I. von Hannover und England, und Kupplerin in ihrer berühmten Liebschaft mit dem schwedischen Gesandten im Leineschloß zu Hannover, Graf Philipp-Christoph von Königsmarck. Der romantischen Burgruine (mit Gaststätte) vorgelagert ist der Frauenstein, ein zur Bastion ausgebaute Dolomitfelsen. Die historische Zuwegung, eine alte Ahorn- und Eschenallee führt die Wanderer ins Odertal nach Barbis, vorbei an einer ehemaligen Zollstation und dem ebenso ehemaligen hannöverschen Amtshause mit Galgenstätte (heute Edeka-Markt-Gelände).
Gegenüber beginnt die Scharzfelder Straße mit der Bushaltestelle am Roßholz. Von hier bringt Sie ein Linienbus nach Herzberg zurück.


Kartenausschnitte: ATKIS®-TK50 ©