Winkeltal - Butterberg - Eulenstein
 
Charakteristik:Rundwanderung
Beste Wanderzeit:März - November
Wegemarkierung:teilweise
Gesamtstrecke:ca. 9 km
Wanderdauer:ca. 3 Std.
Ausgangspunkt:Parkplatz Winkeltal
Halbtages-Etappe eines mehrtägigen, naturkundlichen Regionalwanderweges (Karstwanderweg) entlang des gesamten Südharzes.
Besonders geeignet für Naturliebhaber, Familien, Gruppen, Hobbygeologen und -botaniker, Geschichts- und Bergbauinteressierte, naturkundliche Lehrwanderungen und wissenschaftliche Exkursionen.
www.karstwanderweg.de

Höhenprofil bei Wanderung im Uhrzeigersinn

Empfohlener Wanderverlauf:
Die Wanderung beginnt am Parkplatz Winkeltal, einem südlich des Wiesenbeker Teiches und auf der West- oder Weser-Seite der Wasserscheide entspringenden Gewässer. Wundern Sie sich nicht, wenn der Bach trocken daliegt: Wir sind in einem Karstgebiet! Der Weg geht nun nach Westen über die Kreuzung hinauf in die Feldflur mit Äckern, Wiesen und schönen Fernblicken bis zur Steilkante über dem Tal des Barbiser Baches. Hier ragen einige freistehende Felsen aus Dolomit heraus, der größere ist der Lauterberger Felsen. Über den Butterberg mit Modellflugplatz, Wasserbehälter und einer begrünten Deponie mit Aussichtspunkt (Brockenblick) geht es ostwärts über die Kreisstraße ins Winkeltal. Im Wald zeigen sich rechts des Weges zahlreiche Pingen und Halden, Spuren eines noch bis ins 18. Jh. betriebenen Eisensteinsbergbaus. Der Weg quert eine Wiese. Unten am meist trockenen Bach angekommen, können vorzeitig Ermüdete nach wenigen Hundert Metern auf der Asphaltstraße ihr Auto wieder erreichen.
Unsere Wanderung führt nun am rechten Wiesenrand das Winkeltal am Fuße des Schachtberges hinan. In einem Gehölz zur Linken liegt die Schwindregion des Baches; dies ist geologisch just jene Stelle, an der die Schichten des Untergrundes von den wasserundurchlässigen Grauwacken in den verkarstungsfreudigen, d.h. löslichen und höhlenbildenden Zechsteinkalk wechselt. Rechts vom Hauptweg ist dieser plattig gelagerte Kalk in kleine alten Steinbrüchen zu sehen. In einer Schneise führt die Wanderung hinauf auf die Nordflanke des Schachtberges; hier finden wir zahlreiche Relikte des ehem. Eisenbergbaues. Wer ein wenig über den Schachtberg streift, dem wird die etwas unnatürliche Waldstruktur auffallen. Noch vor gut 100 Jahren war der Höhenrücken Schafweide mit Obstbäumen und von Stollen und Schächte übersät; diese sind aber nicht mehr zugänglich. Horizontal geht es bis zum Eulenstein, einem Relikt eines Dolomitriffes. Vor ca. 260 Mio. Jahren war hier ein warmes flaches Meer mit üppigem Riffwachstum. Schließen Sie für einen Moment die Augen und denken an die Bahamas mit ihren smaragdgrünen Lagunen!
Nun geht es wieder zwischen Eisensteinpingen hinab ins Freie. Herrliche Fernblicke weisen nach Thüringen und das südliche Harzvorland. Rechts um den Waldrand herum führt nun der Weg zurück zwischen Gehölzen, Obstbäumen und kuppigen artenreichen Trockenrasen auf Dolomitgestein hinab wieder zur Kreuzung im Winkeltal.


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