Einst massive Schäden durch Erdfälle

Freizeitgelände in Gittelde war einst ein Schwimmbad

Für Gittelde und Umgebung ist das Freizeitgelände des Harzklub-Zweigvereins eine bekannte Einrichtung für Familienfeiern, für viele Wanderer der Startpunkt für Wanderungen durch die Stauffenburger Forst und ein beliebtes Ausflugsziel. Dabei fing alles ganz anders an.

Der Ursprung dieser Anlage war das Gittelder Schwimmbad, das in den Jahren 1933/34 gebaut wurde. Aufgrund der damaligen großen Arbeitslosigkeit wurde der Bau im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme von der Gemeinde ausgeführt und vom Arbeitsamt Alfeld finanziell unterstützt. Die Arbeiten für Ausschachtung, Planierung und Betonierung wurden einem örtlichen Bauunternehmer übertragen.

Das Kiesmaterial wurde nach Prüfung eines Bausachverständigen aus dem Abraum des Teilstreckenneubaus des Ernst-August-Stollens genommen. Die Anfuhr des Baumaterials wurde von 19 Gittelder Landwirten übernommen. Die offizielle Einweihung fand im Juli 1934 statt. Zu der Eröffnungsfeier war eine Kunstschwimmgruppe aus Hildesheim angereist.

Es war ein Freibad in einer stattlichen Größe von 25 mal 50 Meter entstanden. Das Gelände wurde großzügig eingezäunt, mit Koniferen und anderen Ziersträuchern bepflanzt. Es gab einen großen Sprungturm, ein Planschbecken und moderne Umkleidekabinen. Die gesamten Baukosten betrugen 16.770 Mark. Ein Drittel dieser Kosten wurde vom Arbeitsamt getragen. Da das Bad als Feuerlöschteich geplant war, beteiligte sich auch die Brandversicherungsanstalt an der Finanzierung.

In den Folgejahren erfreute sich das Bad großer Beliebtheit bei den Gittelder Einwohnern und auswärtigen Gästen. Ab 1942 zeigten sich jedoch vermehrt Bauschäden, verursacht durch Erdfälle auf dem Schwimmbadgelände. Das Bad wurde undicht. Trotz großer finanzieller Anstrengungen durch den damaligen Gemeinderat konnten die notwendigen Reparatur- und Ausbesserungsarbeiten den Verfall des Bades in den letzten Kriegsjahren und danach nicht aufhalten. Die Bauten wurdep mutwillig zerstört und daraufhin von der Gemeindeverwaltung vollständig abgerissen. Brauchbare Baumaterialien wurden zum Bau des Wartehäuschens am Nordbahnhof genutzt.

Für ein neues Schwimmbad an gleicher Stelle wurde aufgrund der schlechten Geländebeschaffenheit keine Baugenehmigung erteilt. Ebenso konnte ein neues Schwimmbad an anderer Stelle trotz erheblicher Zuschüsse von der Gemeinde nicht finanziert werden. In den Folgejahren verfiel das Bad vollständig.

Eine neue Zeitrechnung begann für die ehemalige „Badeanstalt“ im Jahre 1976. In vielen freiwilligen Stunden haben die Vereinsmitglieder des Harzklub-Zweigvereins Gittelde die Außenanlagen neu hergerichtet, das Schwimmbecken in eine Teichanlage umgebaut und das Hüttengebäude umgebaut und erweitert. Dank der vielen freiwilligen Helferstunden musste der Harzklub nur reine Materialkosten finanzieren. Es entstand eine große Freizeitanlage in unmittelbarer Nähe von Gittelde. Bestens geeignet für große und kleine Feiern und ein beliebtes Ziel am Sonntagnachmittag. In den Folgejahren folgten weitere Erweiterungsbauten.

Die Hütte erhielt einen großzügigen Anbau und die Toilettenanlage wurde vergrößert. Außerdem wurden zwei große überdachte Grillstände gebaut. So war man bestens für die vielen Tagesgäste und für große und kleine Feierlichkeiten gerüstet. Abgesichert waren diese Maßnahmen inzwischen durch einen langfristigen Pachtvertrag mit dem Flecken Gittelde. Neben der Pflege des großen Geländes und eines Hüttenbetriebs wird vom Harzklub auch das in unmittelbarer Nähe beginnende Wandergebiet in der Gittelder und Stauffenburger Forst rund um die Ruine der Stauffenburg betreut.

Der Harzklub unterhält in diesem Bereich ein umfangreiches Wegenetz mit Hinweisschildern und Rundwanderwegen. Außerdem werden viele Bänke, Sitzgruppen und einige Schutzhütten unterhalten. In diesem Forstbereich, dem sogenannten „Landteil“ des Forstamtes Stauffenburg, wird seit mehreren Jahrzehnten eine naturgemäße Waldwirtschaft betrieben. Er gilt als Vorzeigeobjekt im Land Niedersachsen. Viele Jahre lag die Bewirtschaftung des Hüttegeländes in den bewährten Händen des Ehepaares Gisela und „Ille“ Marx.

Heute freut sich ein engagiertes „Hüttenteam“ am Sonntag auf Wanderer und Fahrradfahrer aus nah und fern.

www.harzklub-gittelde.org

GPS-Koordinaten
N 51.8055° E 10.1768°