Der Dreiherrenstein am Ravensberg

Themenroute Historische Grenzen
Dreiherrenstein am Ravensberg

Historische Grenzen
An dieser Stelle grenzten bis zum Jahr 1866 drei Länder aneinander: die Königreiche Preußen und Hannover sowie das Herzogtum Braunschweig. In diesem Jahr verleibte dich der preußische Staat das benachbarte Königreich als Prvinz Hannover ein. Somit verlor der Dreiherrenstein seine ursprüngliche Bedeutung, war fortan Grenzstein zwischen dem Königreich Preußen und dem Herzogtum Braunschweig. Heute liegt das gesamte Gebiet in Niedersachsen, es gibt keine Landesgrenzen mehr. Unweit von hier, auf dem Ravensberg, werden wir jedoch durch den 64 m hohen Turm, der während der Zeit des Kalten Krieges als Horchposten benutzt wurde, an die innerdeutsche Grenze erinnert.

Dreiherrenstein
Auf dem vermutlich aus dem 17. Jahrhundert stammenden Dreiherrensteinsind verschiedene Buchstaben zu erkennen.
Sie stehen für:

auf preußischer SeiteSfür Sachsa
auf hannoverscher SeiteFG für Fürstentum Grubenhagen
Lfür Lauterberger Forst
auf Braunschweiger SeiteWfür Stiftamt Walkenried

Die römischen Ziffern zeigen die laufende Nummerierung des Grenzsteins an.

 GrünesBAND 
DEUTSCHLAND
 
Malbaum

Zusätzlich zu diesem Dreiherrenstein befand sich hier ein so genannter Malbaum. Er wurde eigens zur Grenzmarkierung gesetzt. Es kam aber auch vor, dass bereits vorhandene, meist junge Bäume zu Malbäumen erklärt wurden. Dann bekamen sie ein Mal bzw. ein Zeichen in die Rinde geritzt. Der letzte Malbaum, der an dieser Stelle stand, eine Rotbuche, fiel einem Blitzschlag zum Opfer.

Rotbuche
Die in Mitteleuropa heimische Rotbuche ist der häufigste Laubbaum in den Wäldern Deutschlands. Unter natürlichen Bedingungen, ohne die in den vergangenen Jahrhunderten erfolgte Abholzung und Wiederaufforstung vorwiegend mit Fichten, wäre auch der überwiegende Teil des Harzes mit Buchen- oder Buchen- Mischwäldern bestockt. Die Rotbuche kann bis zu 30 m hoch werden, im dichten Wald sogar bis zu 45 m. Es sind bis zu 300 Jahre alte Exemplare dieser Baumart bekannt, die einen Stammdurchmesser von fast zwei Meter erreichen. Optimale Wachstumsbedingungen findet die Rotbuche ab 650 mm Jahresniederschlag sowie bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von über 8°C. In ihrer Jugend ist die Rotbuche relativ schattentolerant und gehört daher zu den so genannten Schattenbaumarten. Das "Rot" in ihrem Namen bezieht sich auf die leicht rötliche Färbung des Holzes. Nicht zuletzt wegen ihrer gelben bis ockerfarbigen Herbstbelaubung ist die Buche auch ein beliebter Baum für Parks und Landschaftsgärten.

Eine wechselvolle Geschichte
Das nördlichste Mittelgebirge Deutschlands war seit dem Mittelalter politisch in eine Vielzahl von Herrschaften und Fürstentümer zersplittert. Ausgedehnte wildreiche Wälder mit bedeutenden Holzvorräten, fischreiche Gewässer, Bodenschätze - die Motive waren vielschichtig.
Die gut 200 km lange Themenroute "Historische Grenzen" lädt dort zum Wandern ein, wo bis ins 20. Jahrhundert die Länder Anhalt, Braunschweig und Preußen aneinandergrenzten, wo bis 1866 die Grenze zwischen den Königreichen Hannover und Preußen verlief, oder wo bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches Anfang des 19. Jahrhunderts verschiedene kleinere reichsunmittelbare Grafschaften durch Bäche oder andere Linien voneinander getrennt waren. Die Themenroute verbindet diese historischen Grenzen mit der ehemaligen innerdeutschen Grenze dem heutigen Grünen Band. Die Spurensuche hält viele Überraschungen bereit: Grenzsteine, Wälle, Gräben und die Erkenntnis, dass die innerdeutsche Grenze meist historischen Grenzen folgte. An 13 Standorten geben Informationstafeln wie diese Auskunft über die historischen und natürlichen Gegebenheiten am jeweiligen Standort. Ausführliche Informationen zur Themenroute finden sie in einer begleitenden Broschüre, die beim Harzer Verkehrsverband und beim Regionalverband Harz erhältlich ist.

Regionalverband Harz e.V.
Hohe Straße 6
06484 Quedlinburg
Telefon: 0 39 46/96 41 0
Fax: 0 39 46/96 41 42
rvh@harzregion.de
www.harzregion.de
Harzer Verkehrsverband
Marktstraße 45
38678 Goslar
Telefon: 05321 34040
Fax: 05321 340466
info@harzinfo.de
www.harzinfo.de

Grenzen trennen - Natur verbindet
Der Eiserne Vorhang trennte Europa für fast 40 Jahre. Vom Eismeer im Norden bis zur Adria und zum Schwarzen Meer im Süden reichte diese über 12.500 Kilometer lange politische, ideologische und räumliche Barriere. Sie trennte Dörfer, Städte und Landschaften, Freunde und Familien. Im Schatten der Grenze entwickelten sich einzigartige, schützenswerte Lebensräume für bedrohte Tiere und Pflanzen. Der so genannte Todesstreifen wurde zu einer Lebenslinie für Flora und Fauna, einem "Grünen Band" durch ganz Europa. Es bildet den längsten Biotopverbund des Kontinents. Nach der Öffnung der Grenzen gilt es, diese wertvollen Lebensräume und historischen Spuren zu schützen.

Harz ohne Grenzen - auf Harzer Grenzwegen durch Natur und Geschichte
Über vier Jahrzehnte waren der Harz und sein Vorland unüberwindbar geteilt. Der Brocken bildete hierfür ein weithin sichtbares Symbol. Seit 1989 ist diese Grenze Geschichte und der Harz wieder eine Einheit. Entlang des Grünen Bandes, umgeben von urwüchsiger Naturschönheit, können Die die Geheimnisse dieser Region im Spiegel der Zeit entdecken. Der Harzer Grenzweg bildet das Rückgrat zum Erkunden des Grünen Bandes im Harz. Er durchzieht das gesamte Gebirge. Dazu gibt es Naturerlebnis- und Fahrradrouten im früheren Grenzland des Nordharzes und eine Wander-Themenroute entlang historischer Grenzen. Im Nationalpark-Besucherzentrum "Torfhaus" führt eine spannende Ausstellung in das Thema Grünes Band ein. Ob auf eigene Faust oder an der Seite eines ortskundigen Wanderführers erschließen sich Ihnen einzigartige Naturerlebnisse und Zeitzeugen der jüngeren deutschen Geschichte. Begeben Sie sich auf eine interessante Spurensuche!

GPS-Koordinaten

N 51.6223° E 10.5230°