Der Galgenturm
auf dem Ührder Berg süd-westlich von Osterode
 

Von diesem exponierten Standort aus, war in früherer Zeit ein hervorragender Rundblick in alle vier Himmelsrichtungen möglich.

Von dem im 13. Jahrhundert errichteten -Langen Wartturm- wurde u.a. der Verkehr der bedeutenden -Hohen Straße- überwacht.

Durch die in nächster Nähe gelegenen Osteroder Richtstätte wurde der Turm auch als -Galgenturm- bezeichnet.

Den einzigen Zugang ermöglichte eine Leiter, die in einer Höhe von ca. 4 m in den Einstieg mündete.

1966 wurde der verfallene Turm durch den unermüdlichen Einsatz ehrenamtlicher Arbeitleistung von Heimatfreunden wieder aufgemauert. Der Transport der Steine und des Mörtels in luftige Höhe wurde "stilgerecht", d.h. ohne Einsatz technischer Hilfsmittel durchgeführt.

Die anfangs freigelegten Grundmauern und der Merianstich (s.u.) waren maßgebend für den Wiederaufbau bis zu einer Höhe von 5,80 m. Erstaunlich waren die erst beim Aufbau erkennbaren Ausmaße des Wartturmes; einem massiver Sockel bis in 3 m Höhe folgte eine Wandstärke von 1,6 m bis in eine Höhe von 5 m.

Ausschnitt aus einem Gemälde nach dem Kupferstich von CASPAR MERIAN

Der Höhlenforscher Dr. Ing. Friedrich Stolberg schrieb 1968 in seinem Buch
„Befestigungsanlagen im und am Harz von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit“


322. Osterode, Warte auf dem Ührder Berg, Ruine einer Warte. Osterode, Kr. Osterode, Bez. Hildesheim.

Name: Warte auf dem Ührder Berg, Ührderbergwarte.

Meßtischblatt: 2316/4221 Osterode; S 10,2; W 21,3.

Allgemeine Lage: Südwestlicher Vorharz am Austritt der Söse aus dem Harz (Liesgau).

Örtliche Lage: 287,5 m NN auf am Rand steil nach Norden zur Söse abfallender Anhöhe (Ührder Berg), 0,5 km südwestlich der Altstadt von Osterode.

Baugrund: Dolomit des mittleren Zechsteins über Älterem Gips.

Baumaterial: Mauerkern Gips-Bruchstein, Außenverkleidung mit lagerhaftem Bruchstein aus gerollten Bruchberg-Quarzittrümmern (Sösekiesel). Dolomit und Sandstein in Gipsmörtel.

Beschreibung: Runder, in seiner Substanz stark verwitterter Turm von ca. 6,0 m Außendurmmesser und ca. 1,80 m Mauerdicke, auf seiner Nordwesthälfte 6-8 m hoch ruinenhaft erhalten, Südosthälfte zusammengestürzt.

Geschichte: Die Warte beherrschte den Ausblick nach Süden und auf die nahe „Hohe Straße“ und ergänzte die Warte auf dem Wartberg (vgl. dort). Sie sicherte Osterode gegen Süden. 14./15. Jh.

Abb.: Vermessung Stolberg 1965.