boldehäuser Flur ist dieselbe starke Konzentration zu beobachten. Da die jetzige Kreisgrenze jahrhundertelang die Grenze zwischen dem Kurfürstentum Mainz und dem Herzogtum Braunschweig - Grubenhagen war und da zwischen diesen beiden Staaten ebensolange sehr starke Spannungen bestanden, die zu zahlreichen Fehden und Kleinkriegen führten, ist es nicht ausgeschlossen, daß einige unserer untergegangenen Dörfer infolge wiederholter Zerstörungen ein gewaltsames Ende fanden.

Um die verödeten Dorfstellen rankt sich ein reicher Sagenkranz: In den Eichen des Fahrenbruchs und im "Speukewinkel" vorm Rotenberge treibt der Werwolf sein unheimliches Wesen. Im Kuhgraben sitzt der Mann ohne Kopf. Am Röderkirchhof erschreckt der Grenzsteinträger den nächtlichen Wanderer. In der "Betstunde" mißt der betrügerische gespenstige Landmesser das Land. In den Rauhnächten braust der wilde Jäger mit seinem Heer über die Wälder des Krückers und des Rotenberges. Und wehe dem Wanderer, dem der "Huckup" auf den Rücken springt. Noch heute meidet man im Dorf und in der Flur die Stätten, an denen einst blutige Untaten geschahen.

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