sich nicht feststellen. Sie traten im 13. und 14. Jahrhundert meist als Zeugen bei Beurkundungen auf. Seit dem 15. Jahrhundert wird das Geschlecht nicht mehr erwähnt. Es ist ausgestorben. Die adelige Familie von Hattorf, meines Wissens im vorigen Jahrhundert erloschen, ist erst später zu Adel gelangt. In einer einzigen Urkunde des Jacobi-Klosters in Osterode vom 29. November 1312 treten die Ritter von Hattorf in eine Beziehung zu unserem Dorf: Der Ritter Gunzelin Letgast verkaufte den Gebrüdern Werner und Ekbert von Hattorf für eine Mark eine Wiese, genannt "die Viehtrift", in der Feldmark von Hattorf. Nach der Bauweise des Turmes zu urteilen, ist die Kirche in Hattorf im 11. oder 12. Jahrhundert n. Chr. etwa errichtet. Der Umfang des Turmes beträgt 23, die Höhe 22 Meter. Die Mauer des Turmes ist aus dicken Kieselsteinen der Sieber und Oder mit Estrichgips gemauert. Die Dicke der Mauer beträgt unten 2,50 m, in der Mitte 2 m und oben 1,50 m. Die Stärke der Mauer und zahlreiche im Turm befindliche Schießscharten bzw. Sehschlitze kennzeichnen das Gebäude als Wehrkirche. Im Jahre 1755 wurde das massive Schiff der Kirche abgebrochen und ein neues, etwa doppelt so großes Kirchenschiff in Fachwerk errichtet. Am 1. Advent 1756 wurde die neue Kirche feierlich eingeweiht.
 

Hattorf liegt im Herzen des Vaterlandes im Schnittpunkt zweier uralter, hochbedeutsamer Straßen, nämlich der "Nürnberger" und der "Leipziger Straße". Die erstere vermittelte den großen Durchgangsverkehr zwischen dem Mittelmeer und den nordischen Staaten, hatte aber auch im Binnenhandel zwischen dem Norden und dem Süden des Reiches die führende Rolle bis fast in die Mitte des vorigen Jahrhunderts hinein. Von Venedig kommend, überschritt sie auf dem Brenner die Alpen und zog sich von Innsbruck - Augsburg, über Nürnberg, Bamberg, Schmalkalden, Mühlhausen, Duderstadt, Seesen und Braunschweig in fast schnurgerader Richtung nach Hamburg und Lübeck. Unser Kreisgebiet betrat sie bei Gieboldehausen. Dort gabelte sie sich in zwei Arme, von denen der westliche die

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