und den Niederlanden, seltene Spezereien, Mandeln, Rosinen und Honig und Wachs befördert.

Diese Straße erschien Königen, Herzögen und Grafen so wichtig, daß sie an ihr um die Jahrtausendwende schon gesicherte Pfalzen und Klöster (Walkenried, Pöhlde, Katlenburg, Northeim), ragende Schlösser (Scharzfeld, Herzberg, Katlenburg) und befestigte königliche Höfe (Hattorf, Wulften) anlegten. Dicht vor dem Dorf lag an dieser Straße der "Königsstuhl", die Gerichtsstätte.

Diese Heerstraße teilte sich ursprünglich bei Wulften in zwei Stränge; der ältere führte von Wulften über den First des Rotenberges nach Pöhlde und von da weiter nach Silkerode und Bartolfelde, wo er sich mit der über Wulften, Hattorf, den Auekrug, Scharzfeld und Barbis führenden Talstraße vereinigte. Im Mittelalter hatte der Höhenweg, der seine Blütezeit wahrscheinlich in der Bronzezeit hatte, bereits an Bedeutung verloren. Die erste schriftliche Erwähnung der genannten Straße fällt in das Jahr 1002. Ekbert von Meißen, der Kronprädent, wurde nach einem zeitgenössischen Bericht zwischen Wulften und Hattorf am Eingang in den Rotenberg von den Grafen von Northeim aus dem Hinterhalt überfallen. Es gelang ihm und seinem Gefolge, den Angriff abzuwehren. Umso verwunderlicher ist es, daß der Fürst sich bei der Übernachtung im Kloster Pöhlde in der folgenden Nacht nicht besser sicherte. In dieser ersten dunklen Maiennacht des Jahres 1002 traf in dort in seinem Schlafgemach der Todesstoß seiner Mörder. Im Jahre 1547 zog der Graf von Mansfeld mit seinem Heerhaufen aus der Goldenen Aue über Nordhausen, Hattorf und Northeim nach Einbeck.

Hatte die Nürnberger Straße mit der Vollendung der Bahnstrecke Hamburg - Frankfurt ihre Bedeutung bereits vollständig verloren, so blieb sie der Leipziger Str. nach der Fertigstellung der Strecke Ottbergen - Northeim - Nordhausen 1869/80 in vollem Umfange erhalten, bis nach dem Zweiten Weltkriege sich der eiserne Vorhang bei Walkenried senkte. Vor allem der Güterverkehr nahm vor dem Zweiten Weltkrieg auf dieser Strecke von Jahr zu Jahr zu. Die Hattorfer Kirchenbücher berichten auch über manchen Unfall, der sich in der Gemarkung auf dieser Heerstraße zutrug. Schlägereien in unseren Dorfkrügen zwischen betrunkenen Fuhrleuten, oft mit tödlichem Ausgang, waren keine Seltenheit. Auf dieser Strecke marschierten die Heere Tillys und Wallensteins, Schweden, Kosaken, Franzosen und Engländer.

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