Im Jahre 918 wird Heinrich der Städtebauer, der volkstümlichste der Sachsenherzöge, deutscher Kaiser. Er stammte aus dem in unserer Heimat so reich begüterten Hause der Ludolfinger. Seine Witwe, die Königin Mathilde, eine Urenkelin Wittekinds, stiftete, dem Zuge der Zeit folgend, in den Jahren zwischen 947 und 951 in Pöhlde ein Kloster. Die Stiftungsurkunde ist nicht bekannt, wohl aber eine Urkunde vom 16. März 952, in welcher Kaiser Otto I., der Sohn Heinrichs und Mathildens, dem Kloster die Schenkung seiner Mutter bestätigt. In dieser Urkunde tritt neben zahlreichen anderen Ortsnamen auch der Name Hattorf zum erstenmal auf. Die Königin schenkte dem Kloster u. a nämlich den dritten Teil ihrer Hattorfer Besitzungen. "tertiam pariem villae Hattorp". Die Echtheit dieser Urkunde, was Datum und Ausstellungsort anbetrifft, wird angezweifelt. Inhaltlich stimmt sie, denn Rudolf von Habsburg bestätigt im Jahre 1290 dem Kloster seinen Besitz und nimmt die genannte Urkunde wörtlich in seinen Brief auf. Und endlich vertauscht der Propst Johannes des Klosters Pöhlde 1295 den Besitz des Klosters Pöhlde in Hattorf, nämlich 6 Hufen Land, etwa 180 Morgen, und das Patronatsrecht über die St. Pankratiuskirche in Hattorf an Herzog Heinrich den Wunderlichen in Herzberg. Durch kaiserliche Verfügung von 1301 wird der Tausch rechtskräftig.

Die Sachsenkaiser hielten sich sehr häufig auf den Pfalzen und Burgen unserer engsten Heimat auf. So feierte Heinrich II., der Heilige, achtmal das Weihnachtsfest in seiner Pfalz in Pöhlde. Auch seine Nachfolger haben häufig dieses Fest in Pöhlde begangen. Kaiser Friedrich Barbarossa belehnte im Jahre 1157 Heinrich den Löwen mit Schloß und Amt Herzberg. Mit diesem Jahre beginnt also die welfische Herrschaft über unsere Heimat, die bis zum Jahre 1866 dauern sollte. Zwischen Kaiser Rotbart und dem Löwen kommt es bald zum Bruch. Der Krieg zwischen den beiden mächtigsten Männern des Jahrhunderts hatte für Mitteldeutschland schwere Folgen, er endete mit der völligen Niederlage Heinrichs des Löwen. Seine Söhne teilten 1202 den welfischen Besitz in drei Teile, und ihre Kinder und Kindeskinder haben diese unheilvollen Teilungen fortgesetzt, so daß der welfische Besitz immer mehr zersplittert wurde. Im

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