trümmert. Bekanntlich war Herzog Georg von Grubenhagen, der seinen Wohnsitz auf dem Herzberger Schlosse hatte, dem Prager Sonderfrieden beigetreten. Er hatte mit den Schweden gebrochen, und diese behandelten nunmehr, da sie von den meisten ihrer protestantischen Bundesgenossen in Stich gelassen waren, deren Länder mit der gleichen Härte wie die der katholischen Fürsten. 1638 haben hier kaiserliche Truppen gelegen, in unserer Kirche wurde nämlich ein kaiserlicher Kapitänleutnant getraut. 1639 mußten die Kirchengeräte wieder nach Herzberg gebracht werden, "auch haben die Soldaten in der Kirche wieder Unfug getrieben". 1640 muß es ganz besonders arg hergegangen sein. Im Dezember diese Jahres wurden wieder mehrere Kinder auf der Flucht nach Herzberg getauft. 1641 scheint die Flucht sehr eilig gewesen zu sein, da sogar 3 Leichen mit nach Herzberg genommen wurden, die dort bestattet sind. Das Kirchenregister von 1641 zeigt, wie die frommen Landsknechte ihren Beruf anfaßten: "Wegen der vergangenen Kriegszüge sind in diesem Jahr nur 2 Malter Roggen aufgekommen, und Hafer hätte aufkommen sollen; 20 Himbten vom Kirchenlande. Weil er den Zinsleuten von den kaiserlichen Kriegsvölkern ausgedroschen, hat man von ihnen nichts erheben können." Und wie man mit den Bauern verfuhr, wenn sie sich zur Wehr setzten, das zeigt die kurze Notiz von 25. September 1641: "Hans Kirchhoff von den Soldaten im Dorfe erschossen." Im Januar 1642 floh die verängstigte Bevölkerung wieder nach Herzberg, denn dort wurden Hattorfer Kinder getauft. Dasselbe geschah noch einmal im Dezember desselben Jahres. Das Kirchenregister klagte: "Das meiste Land liegt wüste!" 1643 haben wieder Schweden hier gelegen, denn der Hofprediger des schwedischen Generalmajors Königsmark taufte in der Hattorfer Kirche ein Soldatenkind. 1644 wieder überstürzte Flucht nach Herzberg, wohin sogar eine Leiche mitgenommen wurde. Im Pfarrhause mußten wieder einige Wände, die die Soldaten ausgeschlagen, ausgekleidet werden. Und 1645 mußte die Kirche den zinspflichtigen Bauern wieder die Kornabgabe erlassen, weil die Kriegsvölker die Frucht auf dem Felde ausgedroschen haben. 1646 lagen Braunschweigische Truppen in Hattorf. Und so wie Hattorf erging es zahllosen Dörfern und Städten in der weiten Runde. Immer wieder treten in unseren Kirchenregistern Spenden für abgebrannte Kirchen und Dörfer auf. Sie beweisen
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