Herzog starb 1613 in Prag. Und erst sein Sohn konnte die Reichsacht durchführen. Da Hattorf nach dem Aussterben der Grubenhagenschen Linie in Herzberg von 1596 - 1617 unter der Herrschaft der Wolfenbütteler Linie stand, mußten auch Hattorfer an diesen Kriegen teilnehmen. Auch an den verschiedenen Türkenkriegen und an den Reichskriegen gegen Frankreich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts waren viele unserer Landsleute beteiligt. Im Dezember 1684 starb der Reiter Adolf Drechsler an der Ruhr in Ungarn. Ebenfalls in Ungarn fiel 1686 im Kampf gegen die Türken Caspar Kleine. Herzog Ernst August hatte unter der Führung seines Sohnes Georg Ludwig, des späteren Königs von England, dem Kaiser 5000 Mann nach Ungarn zu Hilfe geschickt. Lorenz Thiele fiel 1689 in Frankreich. Im Siebenjährigen Kriege ließen 12 Hattorfer ihr Leben. In den Jahren 1793 und 1794 nahmen wiederum viele Hattorfer an dem französischen Revolutionskriege teil. Neun von ihnen kehrten aus Frankreich nicht zurück. Nach der Auflösung der hannoverschen Armee im Juli 1803 gingen zahlreiche Offiziere und Soldaten heimlich nach England um an der Seite der Briten in den Feldzügen gegen Napoleon in Dänemark, Portugal, Spanien, Sizilien, Italien und Frankreich bis 1814 zu kämpfen. Wieder kamen von ihnen 9 nicht heim. Christoph Ohnesorge (aus Nr. 80, 4. Linienbataillon) blieb vor Kopenhagen, Kaspar und Jacob Klaproth (aus Nr. 10, 1. leichtes Bataillon) fielen in Irland, Jacob Reinholz (aus Nr. 100, 1. leichtes Bataillon) in Spanien, sein Bruder Georg (1. leichtes Bataillon) starb in einem englischen Lazarett. In Portugal fielen Friedrich Barke (aus Nr. 213, 2. Linienbataillon) und Jakob Meyenborg (aus Nr. 124, gefallen als Korporal im leichten Kav.Reg.). Andreas Klaproth (aus Nr. 203, 2. Linienbataillon) und Andreas Barke (aus Nr. 139) starben den Soldatentod auf Zeeland. Als Napoleon seinem Bruder Jerome das Königreich Westfalen errichtete, begann dieser sofort mit der Zwangsrekrutierung. So kämpften Bestian Böttcher und Heinrich Heise unter Napoleons Fahnen in Spanien gegen ihre eigenen Landsleute in der englischen "Kings German Legion". Heinrich Heise sah die Heimat nicht wieder. In den Eiswüsten Rußlands blieben 1812 Andreas Stahl, Andreas Großkopf, Heinrich Busse, der Sohn des hiesigen Organisten, Conrad Schirmer, Jakob Böttcher, Johannes Grobecker und Jakob Klaproth. 1815 im Befreiungskampf gegen Napoleon fiel 1815 Friedrich Wölfert, der Sohn des Hattorfer Backofenbauers. In der Schlacht von Langensalza blieb Wilhelm Lohrengel. Im Krieg gegen Frankreich 1870/71 fielen Daniel Kiekenap und August Ohnesorge. Von 1871 bis 1914 brauchte keine Hattorfer Mutter und keine Ehefrau um
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