Dem Wanderer, der von Gieboldehausen kommend, an einem Vorfrühlingstage die Höhe des knospenden Rotenberges erstiegen, bietet sich ein Landschaftsbild von zauberhafter Schönheit: Sein Blick schweift über das weite Harzvorland, durch das wie breite glänzende Silberbänder Sieber und Oder in schnellem Lauf zu Tal eilen, um sich zu unseren Füßen zur Steinlake zu vermählen. Und vor uns, eingebettet in das erste liebliche Grün der Wiesen und Felder, liegt unsere Heimat, unser Hattorf. Heute eine Großgemeinde mit 4200 Einwohnern, die Jahrhunderte hindurch den Ruhm genoß, das größte Dorf des Kurfürstentums und späteren Königreichs Hannover zu sein.

Wie ein ehrwürdiger Zeuge einer großen Vergangenheit winkt von stolzer Bergeshöhe der trutzige runde Turm unserer uralten Wehrkirche zu uns herüber. Den Blick nach Norden schließt der stille, ernste Harz mit seinem bläulichen Schimmer und seinen weißen Bergspitzen. Wenn es bei uns im Tal schon grünt und blüht, regiert im Harz oft noch lange des Winters eisige Majestät.

Aus vielen Schornsteinen der Häuser und Höfe steigt blauer Rauch in die klare Frühlingsluft und kündet, daß auch heute noch im Zeitalter der Kohle die Hattorfer dem Brennstoff ihrer Väter, dem guten Buchenscheitholz des Rotenberges, treu

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