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Nach dem ersten Weltkrieg wurde ein weiterer Großbetrieb - eine Stuhlfabrik - von Otto Escher in HATTORF angesiedelt. Dieses Werk avancierte unter Albert Vohl nach dem zweiten Weltkrieg zu einem der modernsten Betriebe der Bundesrepublik.

Gleichzeitig ging auch neben der Industrialisierung die Entwicklung der Landwirtschaft steil aufwärts, die belegt wurde durch den Bau einer Molkerei im Jahr 1898 und der Etablierung der Bezugs- und Absatzgenossenschaft.

Nachdem die Chronologie im Zusammenhang mit der Landflucht etwas durcheinander geraten ist, wird der Leser in das erste Drittel des 19ten Jahrhunderts zurückgeführt:

Wie wir wissen, entstand 1835 die erste deutsche Eisenbahn auf der Strecke NÜRNBERG - FÜRTH. Die fauchenden, qualmenden und lauten Ungeheuer erhöhten nicht nur die Reisegeschwindigkeit, sondern auch den Reisestandard.

HATTORF war schon seit seinem Bestehen Mittelpunkt alter Handelsstraßen in und aus allen Himmelsrichtungen und so wurde auch hier eine zweigleisige Strecke, nämlich Ruhrgebiet - Leipzig im Jahr 1870 erbaut. Aber zunächst konnte man sich mit dieser neuen Art der Beförderung von Personen und Gütern aller Art nicht besonders anfreunden. Folgende Begebenheit beweist dieses. Die Steinlake führte eigentlich in jedem Frühjahr durch die Schneeschmelze im Harz - gespeist von Oder und Sieber, die mitten im Dorf zusammenfließen - hohes Wasser und überflutete Äcker und Wiesen zur linken und rechten Seite des Ufers. Einmal wurde der Bahndamm, der parallel zum Fluß verläuft von den Fluten fast weggespült. In einer einberufenen Sitzung stellte die Bahn die Forderung an die Gemeinde, dafür Sorge zu tragen, daß der Bahndamm besser vor eventuellen Unterspülungen geschützt werde. Wegen der damit verbundenen Kosten, wurde der Antrag teilweise von den Gemeindemitgliedern abgelehnt.

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