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Eine der vorgetragenen Begründungen lautete:

"Denn hört datt Gejoge eben upp!"

(Dann hört das Gejage eben auf!)

Man konnte sich eben mit diesem "neumodischen Kram" nicht so richtig anfreunden, was auch durch eine andere Begebenheit belegt wird: Als die ersten Brunnen-Untersuchungen - von Amts wegen bestimmt - stattfanden und bei dem Bauern Puttfarken (Name geändert) der Untersuchungsbeamte mit wichtigem Gesicht erschien, ließ sich Puttfarken erst mal ein Lang, ein Breit erklären, warum, wieso, weshalb. Puttfarken nickte mit dem Kopf - so, als habe er alles verstanden und antwortete:
"Ssaune Quatsch, eck hebbe in mien Born noch keine Bazillen sseien!"
(So'n Unsinn, ich habe in meinem Brunnen noch keine Bazillen gesehen!) Recht hat er ja sicherlich gehabt.

Diese kleine Auswahl wahrer Ereignisse ist positiv zu benoten und beweist, daß die seinerzeitige Generation aus Leuten mit einem gesunden Menschenverstand, kombiniert mit einem gewissen Misstrauen allem Neuen gegenüber, bestanden hat.

WILHELM BUSCH, der eine Art lebendiges Kapitel unserer Dorf-Chronik darstellt, hat sich durch eine Begebenheit in HATTORF zu folgenden Versen inspirieren lassen:
 

. . .Da wohnt einer, den er kannte,
der sich Sauerbrot benannte.
Sauerbrot, der fröhlich lacht,
hat sich einen Punsch gemacht.
"Heißa!" rufet Sauerbrot -
"Heißa!" meine Frau ist tot!
Hier in diesem Seitenzimmer
ruhet sie bei Kerzenschimmer.
Heute stört sie uns nicht mehr,
also Alter setzt dich her  . . .
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