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Nach dem Ende der Katastrophe im Jahr 1945 fanden unfreiwillig viele Heimatvertriebene, hauptsächlich aus Schlesien und Ostpreußen eine neue "Ersatz-Heimat" in HATTORF. Ob ihnen diese auf Anhieb gefallen hat, muß stark in Zweifel gezogen werden. Ihre einzige Freude war wahrscheinlich die, daß sie mit dem Leben davon gekommen waren.

Aber: man stelle sich einen Hattorfer vor, der nur mit den Klamotten am Leib nach Schlesien oder Ostpreußen hätte fliehen müssen. Es hätte ihm genau so wenig gefallen.

Verantwortungsbewußt wurden alle nach Kriegsende auftretenden Probleme angegangen. Im Nachhinein kann man sagen: und das mit Erfolg. Viele neue Häuser wurden gebaut. Hörte HATTORF 1945 an der Oderbrücke auf, so reichte es in wenigen Jahren bis zum Rotenberg. Das Dorfbild wurde verschönert, Straßen und Bürgersteige gebaut, Sielbau, Wasserleitungen und erste Feriengäste folgten. Ein schönes Freibad ist entstanden. So wie viel Neues entstand, verschwand aber auch Altes: z.B. die Molkerei und die ursprüngliche Flachsspinnerei Carl Weber & Co.

1977 wurde das Dorfgemeinschaftshaus in Betrieb genommen, welches allen kulturellen und sportlichen Anforderungen gerecht wird. Dazu noch die kurze Chronologie:
 

Beschlußfassung über den BauFebruar1973
FinanzierungszusageApril1974
Baubeginn/Abriss Schütz.Hs.Oktober1975
GrundsteinlegungMärz1976
RichtfestSept.1976
EinweihungApril1977
 
Wir erinnern uns: HATTORF war Mittelpunkt von Deutschland. Wichtige Handelsstraßen in allen Himmelsrichtungen durchquerten ab Anfang des Jahrtausends unsere Gemeinde. Das hatte 1948 ein Ende! Der eiserne Vorhang senkte sich nur einige Kilometer (Luftlinie) in östlicher Richtung und machte unser Dorf zum Zonenrandgebiet.

Erst über 40 Jahre später 1989/90 fällt dieser Vorhang !

Ein guter Bekannter fragte mich kürzlich bei meinem Besuch in seinem Restaurant: "Hast Du schon gemerkt? Mit Hattorf geht's bergauf! Es liegt jetzt wieder ganz genau im Mittelpunkt von Deutschland! "

Und da soll es auch bis in alle Ewigkeit bleiben ! 
Hattorf / Hamburg 1991
Dieter Beushausen

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