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1626 ist Paul Grobecker "von dem Kriegsvolk todtgeschlagen und gehauen worden". Am 18. April 1627 ereignete sich schon der zweite Mord: Lucin Wode wird "von dem Kriegsvolk ins Wasser getrieben und ist dort vertrunken". 1629 wurde die Kirchenlade wieder nach Herzberg gebracht. 1631 mußten die Kirchengeräte sogar zweimal in Sicherheit gebracht werden. In diesem Jahre wurde die neu erbaute Pfarre und die wiederhergestellte Kirche erneut demoliert. Am 23. März 1635 kommt es zu einem Gefecht bei Hattorf. 2 Gefallene aus Halberstadt und Celle wurden hier beigesetzt. 1637 ist es dem Ort ganz besonders schlimm ergangen: Die Soldaten haben in der Kirche alles verwüstet und Feuer darin angelegt, so daß die Altarbekleidung und viele Bänke und Stühle aufgebrannt sind. Der Abendmahlkelch wurde gestohlen, die Kirchenordnung zerrissen und ein Fenster zertrümmert. Bekanntlich war Herzog Georg von Grubenhagen, der seinen Wohnsitz auf dem Herzberger Schlosse hatte, dem Prager Sonderfrieden beigetreten. Er hatte mit den Schweden gebrochen, und diese behandelten nunmehr, da sie von den meisten ihrer protestantischen Bundesgenossen in Stich gelassen waren, deren Länder mit der gleichen Härte wie die der katholischen Fürsten. 1638 haben hier kaiserliche Truppen gelegen, in unserer Kirche wurde nämlich ein kaiserlicher Kapitänleutnant getraut. 1639 mußten die Kirchengeräte wieder nach Herzberg gebracht werden, "auch haben die Soldaten in der Kirche wieder Unfug getrieben". 1640 muß es ganz besonders arg hergegangen sein. Im Dezember diese Jahres wurden wieder mehrere Kinder auf der Flucht nach Herzberg getauft. 1641 scheint die Flucht sehr eilig gewesen zu sein, da sogar 3 Leichen mit nach Herzberg genommen wurden, die dort bestattet sind. Das Kirchenregister von 1641 zeigt, wie die frommen Landsknechte ihren Beruf anfaßten: "Wegen der vergangenen Kriegszüge sind in diesem Jahr nur 2 Malter Roggen aufgekommen, und Hafer hätte aufkommen sollen; 20 Himbten vom Kirchenlande.