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So machten die Hattorfer anno 48 Revolution. Unter den Maschierern befanden sich außer den jüngeren gedienten Jahrgängen gewiß noch zahlreiche Feldzugsteilnehmer aus den Freiheitskriegen, die noch immer auf den Dank des Vaterlandes warteten. Wie sich doch die Bilder gleichen! Die Königlich Großbritannisch Kurhannoversche Regierung hatte kein Verständnis für die unter dem Druck nur kümmerlich vegetierende ländliche Bevölkerung. Im Gegenteil: Zu den alten kamen neue Lasten! Die Männer, die in dünnem, blauen Leinenzeug - auf dem Kopf den schwarzen Fetzel mit Lederschirm - exerzierten, demonstrierten auf diese harmlose Art und Weise gegen die Reaktion, die sie in den Amtmännern, den Domänenpächtern und den Geheimen Räten in der Haupt- und Residenzstadt Hannover personifiziert sahen. Hier sei bemerkt, daß bis 1844, in welchem der Färber August Preiß aus Herzberg in Hattorf eine Färberei errichtete, die Alltagskleidung der Männer aus ungebleichtem Leinen bestand. Nur im Winter trug man unter der Kappe, dem Überrock, eine Jacke aus Beiderwand. Warmes Unterzeug - abgesehen von wollenen langen Strümpfen und Schals - trugen weder Männer noch Frauen.

Während sich im Süden des Königreiches mit Beginn der Halmfruchternte die Wogen der unblutigen Revolution allmählich verliefen, entlud sich im Norden über Schleswig - Holstein ein folgenschweres, blutiges Kriegsgewitter. Die deutschen Herzotümer Schleswig und Holstein standen unter dänischer Schutzherrschaft. Vertraglich aber war festgelegt, daß beide Herzogtümer nicht voneinander getrennt werden sollten. Als der dänische König trotzdem Schleswig annektierte, kam es zum 1. Deutsch - Dänischen Kriege. Preußische und Österreichische Truppen marschierten gemeinsam gegen die Dänen. Auch hannoversche Truppen nahmen an diesem Feldzuge teil. Unter ihnen befand sich auch das 3. leichte Infanterie - Bataillon, welches in Goslar garnisoniert war. In dieser Hinsicht dienten alle Hattorfer, soweit sie nicht zu den Gardekürassieren und zum Gardeducorps einberufen waren. In den Kriegsberichten wird die besondere Bravour des 3. Bataillons hervorgehoben. Es hatte eine unverhältnismäßig hohe Zahl an Toten und Verwundeten zu beklagen. Die Hattorfer kamen in diesem Feldzuge recht glimpflich davon. Sie hatten nur einen Gefallenen und gar keinen Verwundeten. Der Tote war Jakob Gattermann, 24 Jahre alt und Sohn des Feldhüters G. Bei der Eroberung der Insel Alsen, und zwar auf dem Marsch auf Sonderburg, zerschmettert ihm eine Bombe den Kopf.