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Wilhelm Busch in Hattorf

Dem eiligen, motorisierten Wanderer fällt bei der Durchfahrt durch das so reizvoll am am Eingang des Göttinger Waldes gelegene Ebergötzen außer der engen und winkligen Straßen eigentlich nur die blitzsaubere, neue Schule auf. Er ahnt nicht, daß hier in ländlicher Stille und Abgeschiedenheit in diesem damals von Verkehr kaum berührten Dörfchen ein deutscher Malersmann, Dichter und Philosoph unbeschwerte und fröhliche Jahre seiner glücklichen Kindheit verlebte. Als Neunjähriger mußte Wilhelm Busch das Elternhaus in Wiedensahl verlassen und wurde der Obhut des Pfarrers Kleine, eines Bruders der Mutter, anvertraut. Der Onkel hatte kurz vorher seine erste Stelle als Pastor in Ebergötzen angetreten. Zusammen mit seinen eigenen Kindern erzog er seinen Neffen mit größter Hingabe und Aufopferung.

Pfarrer Kleine war ein großer Naturfreund, vor allem Bienenzüchter und Herausgeber des "Bienenwirtschaftlichen Zentralblattes", in welchem der Neffe später sogar zwei Beiträge veröffentlichte. So wurden in dem wißbegierigen Knaben frühzeitig die Liebe zur Natur und eine scharfe Beobachtungsgabe gefördert. Am liebsten wäre er damals nach Brasilien, dem Dorado der Imker, ausgewandert. Daraus wurde gottlob nichts. Von 1841 bis 1846 blieb Wilhelm Busch in Ebergötzen, um dann mit der Familie des Onkels nach Lüthorst am Rande des Sollings überzusiedeln. Fünf lange Jahre also, eine dem Jungen schier endlos dünkende Zeit, verlebte er in Ebergötzen. Reisen war zu jener Zeit umständlich und teuer, und so kam Wilhelm Busch in den fünf Jahren nicht ein einziges mal nach Haus. Das wurde damals als unabänderlich nicht tragisch genommen. Mit Erich Bachmann, dem Sohn des Müllers, schloß Wilhelm Busch enge Freundschaft, die erst der Tod trennte. Bachmann starb 1907, Busch 1908. Immer wieder in seinem langen Leben zog es unseren Maler in die Bachmannsche Mühle, der er in einem Gedicht und vor allem in der lustigen Bildergeschichte von "Max und Moritz" ein unvergängliches Denkmal setzte. Mit dem Freunde durchstreifte Wilhelm Busch nach rechter Jungen Art Busch und Hag.