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Die kirchlichen Verhältnisse in der Zeit vor der Reformation

Im Jahre 745 ernannte der Papst Bonifatius zum Erzbischof von Mainz. In derselben Zeit etwa eroberte der Frankenkönig Pipin den südlichen und südwestlichen Harz zwischen Nordhausen und Seesen. Damit war unsere heimatliche Landschaft dem fränkischen Staat einverleibt. Mit Sicherheit ist anzunehmen, daß schon vorher die christlichen Missionare hier die neue Lehre verbreitet haben. Der germanische Götterglaube war von innen her bereits ausgehöhlt. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß die unter den Franken nunmehr Staatsreligion gewordene christliche Lehre ohne Zwangs- Maßnahmen eingeführt wurde.


Die Einführung der Reformation im Fürstentum Grubenhagen

In welchem Jahre Luthers Lehre hier zuerst gepredigt wurde - so meint Soltmann - ist nicht bekannt. Herzog Philipp von Grubenhagen, der seinen Wohnsitz im Schloß zu Herzberg hatte, bekannte sich, wie Steffens in seiner "Geschichte des Braunschweigisch - Lüneburgischen Hauses" im § 105 berichtet, bereits 1534 zu der neuen Lehre. Er war mit auf dem Reichstage zu Worms 1521 gewesen, hatte zwar Luther dort persönlich kennengelernt, war aber anfänglich nicht mit seiner Lehre einverstanden. Durch Andreas Brinkmann, der damals Pfarrer im benachbarten Dorf Elbingerode war, wo er 1561 starb, wurde die evangelische Lehre eingeführt. Er selbst ließ sich und seine Kinder von Brinkmann darin unterweisen. Schon 1538 ließ er auf einem Landtage in Einbeck eine Kirchenordnung veröffentlichen. Auch in Katlenburg war bereits 1533 ein evangelischer Prediger, namens Ernst Burmeister, angestellt. Daraus ist zu schließen, daß in dem größeren Hattorf um dieselbe Zeit bereits ein protestantischer Geistlicher tätig war.