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Auch die Visitationsprotokolle von 1582, 1583, 1588 und 1594 bringen einige Hattorf betreffende Nachrichten. So wird Pastor Ambrosius Caroli über den Brief des Apostel Paulus an die Galater examiniert. In seinen Predigtentwürfen hat er aber nur teilweise bestanden, "ist aber zur besserung und mehrerem fleiß ermahnet". Caroli ist der Stammvater der Familie Carl, von denen einzelne Nachkommen um die Jahrhundertwende noch in Hattorf ansässig waren.
In dem Protokoll von 1583 erfahren wir auch den Namen des Nachfolgers des auspendierten Pastors Carl (Caroli). Er hieß Michael Hartwig und schrieb sich - wie damals üblich - Herwigius. Hartwig wurde 1585 von Wulften nach hier versetzt und versah das Predigeramt bis 1594. Weitere Daten aus seinem Leben sind nicht bekannt.
Die Geistlichen hatten u.a. über die häuslichen Feiern anläßlich der Taufe zu berichten. Gestattet war nur eine eintägige Feier, nur wenn auswärtige Gäste eingeladen waren, konnte zwei Tage gefeiert werden. In Elbingerode und Hörden wurde durchweg zwei Tage gefeiert, in Hattorf desgleichen. Oft wurde ein ganzes Faß Bier vertrunken. Das waren immerhin 400 Liter. Vom Superintendenten zur Rede gestellt, entschuldigten sich die Hattorfer damit, sie hätten die Bestimmungen der Kirchenordnung vorher nicht recht verstanden. 1582 gab es in Hattorf 5 Personen, die z.T. 17 Jahre nicht zum Abendmahl gegangen waren. Als ihnen mit der Landesverweisung gedroht wurde, versprachen sie alle Besserung. Außer 6 Personen kommen keine Alten zur Katschass, " sie sitzen derweilen in den Krügen, warten des Bosselspieles oder gehen spatzieren, das Christen nicht geziemet". Pastor Caroli klagt bei derselben Visitation, daß es sich einmal zugetragen habe, daß verschiedene Leute sich während der Predigt auf dem Kirchhof aufgehalten und "unnützes gewesch" getan haben, so daß er sich gezwungen sah, ihnen Ruhe zu gebieten. Ein Fall, der auch noch heute vorkommt: "Ernst Hildebrandt hat sein Weib verlassen, das jetzt in Esplingerode (bei Duderstadt) wohnet. Er hat ein loses Weib bei sich. Da er nicht beten kann, ist er von der Beichte abgewiesen und darf ein Jahr nicht zum Abendmahl." Die Hildebrandtsche ist mit ihrer Tochter zwar des Landes verwiesen, soll sich aber heimlich in Hattorf aufhalten.