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Als Predigttext wählte dieser das Wort: "Ich bin ein guter Hirte". Das ist Soltmann im Sinne des Wortes bis zu seinem Tode am 17. Februar 1850 seiner Gemeinde gewesen. Er selbst schreibt: "Ich bin in Hannover 1777 als Sohn eines Kanzelisten des Kgl. Justizministeriums geboren. Meinen ersten wissenschaftlichen Unterricht erhielt ich von meinem ältesten Bruder. Nach dem Besuch der beiden oberen Klassen des Lyzeums in Hannover studierte ich in Göttingen von 1795 - 1798. Als Hauslehrer war ich sodann 3 Jahre bei dem Herrn Amtmann von Hattorf tätig und darauf wiederum 3 Jahre in Barsinghausen bei dem Amtmann Reineke. Von da wurde ich an das Gymnasium Georgianum in Hannover versetzt, wo ich von 1804 - 180_ als Hofmeister tätig war. Anschließend kam ich als Prediger nach Heinsen im Amt Polle. 1809 verheiratete ich mich mit Elisabeth Helmolt, der ältesten Tochter des Bürgermeister Helmolt in Moringen."
Im November 1849 wurde von dem Gemeindvorstande Hattorf ein Gesuch an das Konsistorium gerichtet und Hilfe für ihn, der oft durch häßliche Beschwerden an der Ausübung seines Dienstes gehindert wurde, erbeten. In dieser Eingabe heißt es von ihm, daß ihm "von der ganzen Gemeinde rühmlichst nachgesagt werden muß und nachgesagt wird, daß er seit dieser langen Reihe von Jahren der Stelle des Geistlichen mit allem Eifer und Liebe vorgestanden hat" und "das allgemeine Zutrauen der sämtlichen Einwohner Hattorfs sich erworben hat". Das waren keine bloßen Redensarten, denn auch aus den Akten geht hervor, daß Soltmann sein Amt in vorbildlicher Treue geführt hat. Er besaß einen ausgeprägten Rechtssinn und war ungemein fleißig. Im Jahre 1823 hat er ein Pfarr-Repertorium von Hattorf verfaßt und später noch einmal neu bearbeitet. Im Jahre 1828 erstellte er ein Corpus bonorum (Güterverzeichnis) der St.-Pankratius-Kirche und der Nikolai-Kapelle. Auch sonst hat er für Ordnung gesorgt. Die alten wertvollen Kirchenbücher hat er binden lassen und peinlich saubere Abschriften hergestellt, die den Gebrauch derselben ganz außerordentlich erleichtern.