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Mit Hilfe der Radiocarbon-Methode konnte das Alter der Wohnstätten bis auf einen Spielraum von 100 Jahren genau festgestellt werden. Die Auswertung der Holzkohlenreste ergab ein C - 14 - Datum von 4380 +/- 100 v. Chr. Geb. Das heißt, die Siedlung bestand schon zwischen 4280 und 4480 vor der Zeitenwende in der Übergangszeit von der Mittleren zur Jüngeren Steinzeit. Die Linearbandkeramiker waren Ackerbauern, Viehzüchter, Jäger und Fischer. Das beweisen die Funde von Weizenkörnern, Stechsicheln, primitiven Handmühlen, Pfeil- und Speerspitzen u.a.m. Das Klima war bedeutend wärmer als heute, lag doch um 4 000 v. Chr. die mittlere Sommertemperatur etwa 2.5 Grad höher als heute. Das Landschaftsbild war bestimmt durch die Eichenmischwälder, in denen außer den Eichen Linden, Ulmen, Eschen und Erlen vorherrschten. Der Wald muß ziemlich licht gewesen sein, als die bandkeramischen Ackerbauern hier einwanderten, sonst wäre der geweihtragende Hirsch, der das dichte Gehölz meidet, nicht so zahlreich vorhanden gewesen sein, wie die Funde beweisen. Bei der nur geringen Bevölkerungsdichte während der Jungsteinzeit werden die Siedler der Naturlandschaft durch Rodungen und Abbrennen von Wald nur unwesentlich verändert haben.


Die Bronzezeit im Hattorfer Raum

Die Bronzezeit beginnt um 2 000 v. Chr. Nun wird die Bronze, eine Legierung von 90% Kupfer und 10% Zinn, Gebrauchs- und Schmuckmetall. Aus diesem "Goldenen Zeitalter" (2 000 - 800 v. Chr.) - sogenannt, weil es eine Zeit ohne Kriege gewesen sein soll - sind uns am Rotenberge vom Bilshäuser Kopf (Höhe 236,3) an bis zum Vogelherd König Heinrichs über Pöhlde (Höhe 271,8) eine große Anzahl bronzezeitlicher Hügelgräber erhalten geblieben. Mit einer Ausnahme liegen fast alle dicht am Fastwege. Der bekannteste Grabhügel - weil freistehend - ist der im Distrikt 26. Wo der von Elbingen kommende Weg den Fastweg schneidet, liegen im Distrikt 34 nicht weniger als 12 solcher Gräber, die der Volksmund die "Hünenhügel" nennt. Ihre Höhe schwankt zwischen 0.75 m und 1.80 m, der Durchmesser zwischen 14 m und 23 m. Der bei weitem größte Hügel liegt am Fuße des Kethanteichkopfes, 500 m vom Fastweg entfernt und in der Nähe des ehemaligen Vorwerkes Dreischhaus, welches der Familie von Minnigerode gehört und um 1900 aufgegeben wurde. (Die Gebäude sind abgerissen und nach Hattorf und Pöhlde verkauft.) Die Hügelgräbergruppen sind über das ganze südliche Niedersachsen verbreitet.