1/8
Zu den Flur- und Straßennamen
Burg,heute: Auf der Burg, 1589: Auf der Pipesburgk 1)
Kirche(Sankt Pankratius), alte Wehrkirche, von welcher der Turm erhalten, das ebenfalls massive Schiff aber 1755 durch ein größeres in Fachwerk ersetzt ist.
Knickgraben:Bis zur Verkoppelung (1897) noch fast vollständig erhalten, dann größtenteils eingeebnet, aber auch noch heute in seiner Linienführung zu erkennen. Reste des K. stehen unter Denkmalschutz. 1921 war noch ein Abschnitt eines zweiten Knickgrabens auf dem Friedhof zu erkennen.
Burgborn:ca. 25 m tiefer, gemauerter Brunnen, der bis 1900 als Schinderkuhle benutzt wurde.
Pfarrwinkel,plattdeutsch: Prowinken, unterhalb der alten Burgstelle, aber weit entfernt von der Kirche gelegen.
Pastorengasse:Von 1623 bis nach Ende des 30jährigen Krieges wohnten die Hattorfer Pfarrer nicht in dem immer wieder gefährdeten und oft zerstörten Pfarrhause neben der Kirche, sondern in eigenen Häusern unten im Dorf. Ihr Weg zur Kirche, 1897 mit verkoppelt, hieß die Pastorengasse.
Försterberg:so genannt, weil sich dort die Dienstwohnung des staatl. Försters befand (heute: Kirchberg).
Auf dem Roten:ursprünglich: auf den Rotten, d. i. die Stelle, wo der Flachs gerottet wurde. Dort findet sich auch der Name:
Im Pumpe:sumpfige und feuchte Stelle, der Abschluß des alten Knickgrabens.
(1853 ist Hattorf das bedeutendste Flachsanbaugebiet des ehemaligen Fürstentums Grubenhagen.) 2)
Der Tie:Hattorf hatte ursprünglich 2 Ties. Der ältere befand sich in dem vom Knickgraben umschlossenen Teil des Dorfes. Hier stand auch der "Schandpfahl". Der jüngere Tie liegt südlich der Sieber. der Platz heißt heute "Unter der Linde".3)
Anm.1)Hattorfer Taufregister vom Jahre 1589
2)W. Meister: Herzberg am Harz 1853
3)W. Lampe: Über die mittelalterlichen Rechtsaltertümer
und ihre Denkmale im Kreise Osterode
Blätter für Volkstum und Heimat 1942, 14. Jahrh.