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Auch in der Urkunde 504 vom 9. August 1269 treten wieder der schon genannte Conradus plebanus und Conradus sacerdos "in Hattorpe" als Zeugen auf. Wir erfahren also, daß schon in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts in Hattorf zwei Pfarrer tätig waren. Wahrscheinlich hat der Plebanus die Einwohner der inzwischen eingegangenen Orte um Hattorf betreut, während der Sacerdos Conrad in Hattorf selbst tätig war. Man könnte daraus schließen, daß Hattorf bereits eine verhältnismäßig große Einwohnerzahl hatte und auch eine eigene Kirche besaß. Auch in den bereits genannten Wüstungen standen damals bereits eigene Kirchen, so in Niedernrode, in Fahrenbruch und in Barkefeld. "Eckebrecht von Hattorfe" wird am 24. Januar des Jahres 1299 (Urkunde Nr. 786) wieder als Zeuge genannt, ebenso in der Urkunde 787 vom selben Tage. Diesmal schreibt der Mönch seinen Namen "Eckebrecht von Hattorf".

Mit großer Wahrscheinlichkeit hat der Wohnsitz der Herren von Hattorf auf der heute noch die Burg, dem Petersberg gegenüber liegenden Anhöhe gestanden. In den ältesten Kirchenbüchern wird dieser Platz die "Pipesburgk" genannt. Für eine Burganlage war diese Stelle geradezu ideal, da der kleine Hügel nach allen Seiten abfällt. Bei Ausschachtungsarbeiten ist hier auch mehrere Male Brandschutt gefunden. Die Frage bleibt offen, ob diese Burg einstmals durch Feuer zerstört wurde. Nach einer mündlichen Überlieferung glaubt Wilhelm Lampe, daß der Name Pipesburgk im Althochdeutschen mit dem noch heute im Englischen gebräuchlichen to peep = Ausschau halten zusammenhängt. Auch Leuckfeld hat in seinem schon genannten Werk zwei Urkunden erwähnt, in welchen die von Hattorf als Zeugen auftreten. Auch Johann Wolf hat in seiner "Politischen Geschichte des Eichsfeldes", die im Jahre 1793 erschien, zwei Urkunden erwähnt, in denen Angehörige unseres Geschlechts als Zeugen auftreten. "testes sunt Johannes de Gebeldehusen und Johannes dictus de Hattorp sacerdotes." Diese Urkunde, die Wolf unter der Nummer XXVI aufführt, stammt aus dem Jahre 1321. Damals war also Johannes, genannt von Hattorf, Priester.