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Die Geschichte der kath. Kirchengemeinde in Hattorf

Im Verlaufe der Reformation war das Fürstentum Braunschweig - Grubenhagen protestantisch geworden. Auch das zu dem Kurfürstentum Mainz gehörende benachbarte Eichsfeld war im 16. Jahrhundert lutherisch geworden. Das änderte sich erst als auch im Untereichsfeld, in der sogenannten Goldenen Mark, die Gegenreformation durch den Erzbischof durchgeführt wurde. Nunmehr wurde die Politische Grenze zwischen den beiden Staaten, die sich an der Südseite des Rotenberges entlangzieht, auch zu einer weltanschaulichen. Nach Beendigung des 30jährigen Krieges wurden die Verhältnisse zwischen den Anliegern endgültig geregelt. Noch heute findet man im Rotenberg entlang dieser alten Grenze zahlreiche Steine, die auf der einen Seite das Hoheitszeichen von Kurmainz, das Mainzer Rad, tragen. Auf der anderen Seite der Steine haben die Steinmetze das Hoheitszeichen von Braunschweig - Grubenhagen, nämlich die Wolfsangel, eingemeißelt. Bevor die politische Grenze eine Religionsgrenze wurde, waren die Verbindungen zwischen den südlich und nördlich des Rotenbergs gelegenen Ortschaften sehr eng. Es wurde hinüber und herüber geheiratet. Diese Verbindungen schliefen allmählich ein. Obwohl der Mainzer Kurfürst auf der Südseite des Rotenberges in Lindau und Gieboldehausen Zollstationen eingerichtet hatte, wurden die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Eichsfeld und unserer Grubenhagenschen Grenze kaum unterbrochen. Zwischen den beiden genannten Orten herrschte ein lebhafter Verkehr. Die Hattorfer, die seit jeher eine umfangreiche Gänsezucht betrieben, holten im Frühjahr aus Gieboldehausen hunderte von jungen Gänsen, den sogenannten Gössel. Auch fast die gesamten Ferkel wurden von den Hattorfern aus Gieboldehausen geholt. In Hattorf wurde ein sehr umfangreicher Anbau des Spitzkohls betrieben. Die Pflanzen kamen aus dem Dorfe Rüdershausen.

Bevor die jetzigen Kreise Osterode und Duderstadt 1866 zu Preußen kamen, blühte diesseits und jenseits des Rotenberges überdies ein lebhafter Schmuggel.