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Ein genaues Bauprogramm einschl. der Kostenberechnungen lag bereits vor, als das Wasserwirtschaftsamt den Bauplatz für einen Kirchenbau als ungeeignet erklärte. Der Platz lag nämlich unterhalb des Überschwemmungshorizontes der Sieber und der Oder, die sich unweit des vorgesehenen Platzes zur Steinlake vereinigen. Da sprang die politische Gemeinde Hattorf helfend ein. Sie stellte an der Rotenbergstraße einen anderen Bauplatz zur Verfügung, auf dem die heutige St.-Hildegard-Kirche errichtet wurde. Die Gemeinde hatte das Gelände, auf dem die jetzige Kirche steht, bereits als Bauplatz verkauft. Mit vielen Schwierigkeiten gelang es dem Bürgermeister Heinrich Barke diese Verkäufe rückgängig zu machen. Nachdem alle Schwierigkeiten beseitigt waren, konnte am 12. Oktober 1958 endlich die Grundsteinlegung erfolgen, und ein Jahr später konnte durch den Bischof Heinrich Maria Janssen aus Hildesheim bereits die Einweihung des Gotteshauses, des Jugendheimes und des Pfarrhauses erfolgen. Aus Anlaß dieses festlichen Tages waren alle Häuser der Rotenbergstraße beflaggt und mit frischem Grün geschmückt. Zahlreiche Triumphpforten waren errichtet. Eine große Menschenmenge, die schier unübersehbar war, sämtliche Vereine Hattorfs mit ihren Fahnen, begrüßten den höchsten Würdenträger der Hildesheimer Diözese. An der Einweihung nahm nicht nur der Klerus teil, sondern auch die protestantischen Pfarrer aus einem weiten Umkreis. Viele gute Segenswünsche wurden von beiden Seiten ausgesprochen. Der Bischof dankte vor allem der politischen Gemeinde für ihr Entgegenkommen und für eine Spende von 500,-- DM. Bürgermeister Barkes Ansprache schloß mit den Worten: "Toleranz auf allen Kanzeln!"