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"Welch ein wohltätiges Gewächs ist doch die Kartopfol"

Mit diesen Worten schloß H. A. Klaproth seine wertvolle Chronik. Die Kartoffel wurde in Hattorf schon verhältnismäßig früh angebaut, wahrscheinlich schon vor 200 Jahren. Aus dem benachbarten Gieboldehausen berichtet Josef Koch in seiner Gieboldehäuser Chronik (1927), das die Franzosen während des Siebenjährigen Krieges im Jahre 1760 sechzig Kartoffeln von den Feldern gestohlen hatten. Mit einiger Sicherheit ist anzunehmen, daß bei der räumlichen Nähe dieses Ortes und bei den engen wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Hattorf und Gieboldehausen auch in Hattorf bereits die begehrte Knollenfrucht angebaut wurde.

Aus dem Jahre 1805 berichtet Klaproth folgendes: Es war ein sehr kalter Winter bis Ausgang März. Alle Wasser waren dicht zugefroren. Am 2. Mai tat es einen sehr starken Frost, daß das Laub an den Bäumen erfror. Es wuchs gar nichts in diesem Frühjahr. War eine große Not unter den Menschen und auch dem Vieh. Menschen und Vieh wurden nicht einmal mehr recht satt und dazu war es auch noch kalt. Von Mai an bis Ende August, also volle vier Monate, dauerte die Hungersnot. Es war nichts zu kochen und zu backen bei den meisten. Nur der vierte Teil aller Leute im Dorfe hatte zu Essen. Mit Kornschneiden fing man bereits Mitte August an, trotzdem es noch nicht reif war. Man konnte kaum so viel kriegen, wie man aufaß, da es jeden Tag regnete. Die Frucht mußte zwei Tage beim Ofen getrocknet werden, und man konnte sie doch nicht recht mahlen, da sie so feucht war. Von auswärts wurden Vitsbohnen geschickt, die wurden für die armen Leute gekocht, daß sie nicht verhungerten. Solch große Not war durch ganz Deutschland. Am 9. September kamen 600 Mann französische Jäger zu Fuß ins Dorf, welche die Leute sechs Tage lang schikanierten.