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Ein Zettel zum Buchenlesen kostete 11 Gute Groschen und zum Eichellesen 4 Gute Groschen und 10 Pfennige. Leider fehlen uns über andere gute Buchmastjahre die Nachrichten, da seit dem Tode von Pastor Soltmann und H. A. Klaproth sich niemand die Mühe gemacht hat die Chroniken fortzusetzten. Das Buchöl, welches in der Wulftener Ölmühle geschlagen wurde, hatte einen sehr guten Geschmack und einen hohen Nährwert, der auch dem zahlreichen Wild in unseren heimischen Wäldern zugute kam. In solchen Jahren blieben nur ganz wenige Bucheckern liegen. Schon im Morgengrauen zogen die Hattorfer in hellen Scharen in den Rotenberg, um die kostbare Ernte zu bergen. Der Verfasser erinnert sich daran, welch großer Segen die Bucheckernernte im Herbst 1918 war, als die Buchen eine überaus große Ernte erbrachten. Das Buchöl half damals, die Fettlücke zu schließen. Ähnlich war es auch im Herbst 1946, der wiederum eine große Bucheckernernte brachte, und für die ausgehungerten Menschen ein sehr großer Segen war. Die Rückstände der ausgepreßten Bucheckern, die sog. Ölkuchen waren ein wertvolles Viehfutter.

Eine andere sehr geschätzte Ölfrucht war in alter Zeit der Mohn. Noch im 1. und 2. Weltkriege wurden zahlreiche Felder in der Hattorfer Flur mit Mohn bestellt. Solange die Wulftener Ölmühle existierte, wurde die Mohnernte dort geschlagen. Das Mohnöl, welches heute durch ausländische Speiseölarten völlig verdrängt ist, galt noch zu Beginn dieses Jahrhunderts als eine besonders wertvolle und nahrhafte Delikatesse. Die Ernte des Mohns war außerordentlich schwierig und sehr vom Wetter abhängig.