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Von Hochwässern und großen Dürren

Sowohl in der Klaprothschen wie auch in der Soltmannschen Chronik nimmt die Schilderung dieser beiden Naturkatastrophen einen breiten Raum ein. Die Ursachen der Hochwasserkatastrophen wurden durch die Sieber und die Oder, welche in Hattorf sich zur "Steinlake" vereinigen, hervorgerufen. Die erste Nachricht über ein gefährliches Hochwasser stammt aus dem Jahre 1800. Als die Sieber drei Ellen (1.05 m) über Normal führte. Das selbe ereignete sich in den Jahren 1803, 1808, 1810, 1827, 1830, 1837, 1844 und 1851. Die Oder verlor ihre Schrecken, nachdem die Odertalsperre im Jahre 1934 erstmals mit Wasser gefüllt wurde. Das Einzugsgebiet dieses Flusses umfaßt ein Gebiet von 54 Quadratkilometern. Als die Sperre in dem trockenen Jahr gefüllt wurde, ergaben sich für die unterhalb Lauterbergs liegenden Orte einige Wasserkalamitäten. Hier fiel das Wasser in den Brunnen durchweg um 1 Meter. So mußte der Auekrug, dessen Brunnen alles Wasser verloren hatte, das kostbare Naß aus einem provisorischen Brunnen in der Nähe des Flußlaufes geholt werden. Inzwischen haben sich die Wasserverhältnisse nach dem Vollaufen der Sperre wieder normalisiert.

Die Sieber, die im Hochharz auf dem Bruchberg in einer Höhe von 500 Metern über NN entspringt, hat sich ihren alten Wildwassercharakter bis heute bewahrt. Sie hat ein starkes Gefälle, da Hattorf mit 172 Metern über NN 328 Meter unter der Quelle des Flusses liegt. Der Flußlauf von der Quelle bis Hattorf hat eine Länge von etwa 20 Kilometern. Leider ist es bis heute nicht möglich gewesen im Siebertal eine Sperre zu errichten. Angeblich scheiterte das Projekt daran, daß die Baryt-Werke in Bad Lauterberg im Siebertal überhalb des Kurortes Sieber das Mutungsrecht haben. Baryt, auch Schwerspat genannt, ist ein im Atomzeitalter außerordentlich gesuchtes Mineral, das eine vielfache Verwendung findet.