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Das Einzugsgebiet der Sieber ist noch größer als das der Oder und beträgt 69 Quadratkilometer. Da sämtliche Nebenflüsse der Sieber ein starkes Gefälle haben, verwandelt sich der Fluß in ein reißendes Gewässer, wenn vor allem der oft meterhohe Schnee im Harz bei einem plötzlichen Temperaturanstieg schmilzt. Besonderen Schaden erleiden dann die Dreckmühle und die Angermühle in Hattorf, vor allem dann, wenn das Sieberwasser das Mühlenwehr oberhalb der "Ellern" fortreißt. Wie bereits an anderer Stelle berichtet, befand sich das erste Mühlenwehr im Sieberbett etwa in Höhe der heutigen Molkerei. Später wurde dann das Wehr oberhalb des Dorfes errichtet. Am wenigsten hatte die Obermühle, auch Schwachheimsche Mühle genannt, unter Wasserkalamitäten zu leiden. Die "Biske", die im Krücker nördlich von Hattorf entspringt, führte allerdings in Trockenzeiten sehr wenig Wasser, so daß sich der Müller Schwachheim (Böttcher) gezwungen sah, in solchen Fällen die Motorkraft zu Hilfe zu nehmen. Die Einwohner der inzwischen verschwundenen Dörfer Oberode und Niedernrode ließen ihre Brot- und Futterfrucht in der Obermühle mahlen bzw. schroten. Noch heute heißt der Weg, der von den genannten Orten zu der Mühle führt, der Mühlenstieg. Die Rödermühle bezog ihr Wasser zunächst nur aus dem Mühlengraben, der von dem oberen noch heute existierenden Sieberwehr abgeleitet wurde. Dieser Mühlengraben, der heute noch existiert, lieferte gleichzeitig für die schon genannte Dreckmühle und die Angermühle das Wasser. Viel später wurde das Oderwehr unterhalb des Zusammenflusses beider Flüsse errichtet. Es ist im Laufe der letzten hundert Jahre sehr häufig durch die Wucht der in Sieber und Oder vereinigten Hochwässern fortgerissen. Soltmann berichtet aus dem Jahre 1830 Folgendes: "Am 19. August setzte ein starker Landregen ein, wodurch die Flüsse wieder einmal austraten.