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Am 20. August warf sich ein neuer Arm der Sieber auf den unteren Mühlengraben, etwas oberhalb der Stelle, wo der Dreckmühlengraben eintritt, ging quer durch denselben und ergoß sich unterhalb des Wehres in die Oder. Mit vieler Mühe wurde der Durchbruch gestopft." Beinahe noch schlimmer und folgenschwerer war plötzlich eintretende Dürre. So berichtet Kl. aus dem Jahre 1800: "Es war eine große Hitze, daß das Land so trocken war, daß es war, als wenn man im Winter über Schnee geht. Die Berge wurden ganz weiß, und viele Brunnen wurden trocken". Pastor S. berichtet ähnliches aus den Jahren 1822/23, 1842 und 1846: "Bei dem wenigen Regen, welcher das ganze Jahr hindurch gefallen war, und bei den mehrfachen Perioden völliger Dürre war es natürlich, daß die Erde aufs Äußerste austrocknen mußte und da in dem Brunnen, Bächen und Flüssen Wassermangel entstand. Schon Ende Mai hörte die Sieber auf zu fließen. Bei Elbingerode war sie von da an bis zum Ende des Jahres völlig trocken. Oberhalb von Hattorf stand an einigen Stellen noch etwas Wasser, welches aus Quellen kommen mußte, die im Flußbette selbst sind. Die Dreckmühle - die Angermühle existierte damals noch nicht - litt daher am ersten unter dem Mangel an Wasser und stand bald ganz still. Die Oder hatte, obgleich der Oderteich auf dem Oberharz schon im September ganz ausgetrocknet war, - auch ein sehr seltener Fall - noch immer Wasser, weshalb es auch der Rödermühle nicht lange daran fehlte. Allein als im Dezember der Frost eintrat, verlor sich das Wasser immer mehr, und am Ende des Jahres konnte nur noch ein Gang langsam umgehen. Erst im Dezember fingen einige Brunnen an, auch im Dorfe trocken zu werden.

An mehreren Orten in der Nachbarschaft, besonders auf dem Harze, war die Not noch viel größer. Schon vom Herbst an konnten, weil das Wasser in den Teichen sich immer mehr verlor, nur noch wenige Gruben bearbeitet werden, und gegen Ende des Jahres höhrte das ganze Berg- und Hüttenwesen fast völlig auf.