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Indessen waren jedoch auf dem Teiche auf dem Harz wieder gefüllt, so daß das Bergwesen wieder in Gang kam. Die Quellen mußten fast überall ausgetrocknet sein. Denn auch der nachher erfolgende ziemlich häufige Regen wirkte wenig auf die Wassermasse in den Brunnen und Flüssen. Auch im Sommer trat wieder Wassernangel ein. Erst im November und Dezember kam alles wieder in den vorigen Stand. Das Wetter war damals genau so wechselhaft wie heute. Trockenzeiten wechselten mit Wasserüberfluß ab. So war der Sommer des Jahres 1842 anfänglich sehr naß. Am 1. April erlebten die Hattorfer eine riesige Überschwemmung, wie es sie seit 1808 nicht gegeben hatte. Das obere Mühlenwehr wurde zur Hälfte weggerissen. "Von da an aber trat eine große Trockenheit ein. Zuerst 34 Tage lang bis zum 5. Mai, wo kein Tropfen Regen fiel. Dadurch war die Erde tief ausgetrocknet und der ganze Sommer blieb trocken und heiß. Die einzelnen Gewitterschauer halfen nur wenig, denn die Feuchtigkeit verdunstete bald wieder. Der August war der heißeste Monat und hatte im Durchschnitt eine Hitze von 29° C. Der heißeste Tag war der 17. August. Das Thermometer zeigte im Schatten 32° C. Die natürliche Folge dieser Dürre und Hitze war der Wassermangel. Die Sieber verlor bald ihr Wasser, später auch die Oder. Die Dreckmühle konnte bald nicht mehr gehen, und in der Rödermühle ging von Juli an nur noch ein Gang. Die "Bokemühle" - das war eine Mühle, in welcher der Flachs gebokt wurde - konnte nicht gebraucht werden. (Wo sich diese Einrichtung befand, hat der Verfasser nicht ermitteln können, wahrscheinlich war sie die Vorgängerin der heutigen Angermühle.) Die Hattorfer mußten mit Flachs und Korn nach den Rhumemühlen in Bilshausen und Wollershausen gehen. Erst als am 20. und 21. September ein starker Regen fiel, führten die Flüsse wieder Wasser, und der nachher häufig folgende Regen erhielt sie im Fluß und stellte den natürlichen Wasserstand wieder her. Der diesjährige Wassermangel war allerdings nicht so stark wie im Jahre 1822."