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Einmal noch in seinem Leben erlebte Pastor Soltmann eine ähnliche Dürreperiode. Das war im Jahre 1846. Er berichtet darüber: "Die natürliche Folge dieser beständigen Wärme - das Thermometer stieg im Juni und Juli bis zu 32° C. - war wiederum ein großer Wassermangel, besonders im Oberharz. Auf dem Harze konnten die Berg- und Hüttenwerke nur noch wenig gehen. Der Oderteich war fast ausgetrocknet, was seit 1822 nicht der Fall gewesen war. Die Rödermühle hatte bis zum Ende des Jahres hinreichend Wasser, die Obere Mühle nur notdürftig. Die Dreckmühle hingegen stand von der Mitte des Jahres ganz still, weil die Sieber gar kein Wasser hatte. Die Ursache des ungewöhnlich heißen und trockenen Jahres glaube ich in vulkanischen Einwirkungen zu finden. Der Häklar auf Island hatte während des ganzen Winters gespieen, daher der gelinde Winter von 1836/46, der Vesuv im Juli. In Deutschland sind bisher Erdbeben fast unerhört gewesen, aber am 29. Juli abends 9.35 Uhr ereignete sich ein solches, ziemlich starkes, 3 - 4 Sekunden dauerndes, im mittleren Deutschland, dessen Ausdehnung im Süden bis Stuttgart, im Osten bis Würzburg, im Norden bis Bad Pyrmont und im Westen bis Lüttich sich erstreckte. Bei Wiesbaden soll es am stärksten gewesen sein, jedoch ohne Schaden von Bedeutung anzurichten. In ganz Europa klagte man über übermäßige Hitze im August, die in der Schweiz so stark gewesen war, daß selbst die Gipfel, Felsen des Mont Blanc von Schnee entblößt waren, was man bis dahin noch nicht erlebt hat."