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Die Grundernährungsstoffe hatten einen großen Gehalt an Kohlenhydraten. Es waren in der Hauptsache Bohnen, Linsen und Erbsen. Die pflanzliche Nahrung stand schon deshalb im Vordergrunde, weil der Anfall an tierischen Fetten überaus gering war. Die Schweine waren damals noch ausgesprochene Weidetiere. Eine Stallhaltung und Mast gab es schon aus dem einfachen Grunde nicht, weil es an dem nötigen Futter fehlte. Der Roggen war noch in der Mitte des vorigen Jahrhunderts so knapp, daß es ein Frevel gewesen wäre, ihn an Schweine zu verfüttern. Die wenige Frucht (Roggen und Weizen), die in guten Jahren etwas reichlicher als sonst anfiel, hatte man nötig, um sich zusätzlich etwas Bargeld zu verschaffen. Beide Getreidearten wurden in Halbzentnersäcken von Hattorf durch den Krücker auf den Osteroder Wochenmarkt gebracht. Die Schweine wurden, wie auch die Rinder und Pferde, solange gutes Wetter war, auf die Wiese getrieben. Da ihnen dafür nur die magersten Stellen in der Flur zur Verfügung standen, war das Borstenvieh hochbeinig, hatte nur wenig Fett und mußte wendig sein, um seinen Nahrungsbedarf zu decken. Nur in guten Jahren wurden die Tiere kurz vor dem Schlachten wohl mit überschüssigem oder ausgewachsenen Getreide gefüttert. Gottlob gab es in den Wäldern noch sehr viele Eichen, die einem Turnus von nur wenigen Jahren eine Eichelmast ergaben. Die größten Eichen standen im "Fahrenbruch" und am "Bloßen Berge" am Nordhang des Rotenberges. Die Forsten waren bis 1866 ausschließlich der Besitz des Staates, so daß die Hattorfer gewisse Distrikte, in denen eine Mast vorhanden war, von der Domäne Herzberg pachten mußten. Wiederholt sind bei dem Klopfen der Eicheln Menschen zu Schaden gekommen. Bei sehr reichlichem Anfall der Eicheln, um die sich heute kein Mensch mehr kümmert, durften die Distrikte auch mit der Schweineherde betrieben werden. Die starkknöchigen Tiere brachten es im dritten Lebensjahre auf 150 Pfund bis zu 2 Zentnern.