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Seltsame Himmelserscheinungen und Wetterkapriolen

Vergeblich versucht man in unserer Zeit, dem Geheimnis der fliegenden "Untertassen" auf die Spur zu kommen. In alter Zeit, als die Wissenschaft noch in den Kinderschuhen steckte, rätselte man über die Herkunft des Nordlichtes und anderer Naturmerkwürdigkeiten. Große Beunruhigung riefen noch in der Mitte des vorigen Jahrhunderts die Kometen hervor. Sie galten als Unheilverkünder. So schreibt H.A. Klaproth von einem "Kometstern", der in unseren Breiten im September und Oktober des Jahres 1812 sichtbar war. "Er stand die meiste Zeit von Morgen nach Mittag am Himmel." Daraufhin, so meint Klaproth, hätte Napoleon, der französische Kaiser, seinen Feldzug gegen die Russen vorgenommen. Er wäre im Monat April bis Moskau und St. Petersburg vorgedrungen. P. Soltmann, unser schreibfreudiger Chronist, widmet den Himmelserscheinungen seine besondere Aufmerksamkeit. Sein Bericht über das Nordlicht, welches er im Januar 1831 beobachtete, lautet: "Es stand am nordwestlichen Himmel und bot ein prachtvolles Schauspiel, welches sich fast beständig veränderte. Bald sah es weiß aus, bald feurigrot, und mehrmals erhoben sich blendendweiße Streifen am Himmel, welche vom Horizont bis in die Mitte des Himmelsgewölbes emporstiegen. Wegen dieses Umstandes wurde es bezweifelt, von einigen gelehrten Naturforschern, ob es wirklich ein Nordlicht, oder eine andere uns unbekannte Naturerscheinung gewesen sei. Auf die Witterung hatte es keinen Einfluß.

Am 9. August, abends 9 1/2 Uhr, war der westliche und der nordwestliche Himmel ganz feurig wie vom stärksten Abendrot. Da die Sonne schon zwei Stunden untergegangen war, so konnte sie die Ursache davon nicht mehr sein. Die ganze Dauer dieser Erscheinung kann ich nicht angeben, da sie nur von wenigen Menschen bemerkt wurde, weil die meisten von ihnen schon schliefen. Ich beobachtete es um die angegebene Zeit.