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"Schon bald nach Sonnenuntergang erschien ein "Mondregenbogen" mit lebendigen Farben". Der Mond war zwei Tage über das erste Viertel hinaus. Unmittelbar um den Mond herum war eine blaßgelbe kreisförmige Fläche von etwa 6 Mondbreiten im Durchmesser. Sie war am Rande rot und orange gefärbt. Darauf folgte ein leerer Zwischenraum von 2 Mondbreiten und dahinter ein ganz runder Regenbogen von grüner, blauer und violetter Farbe. Anfangs waren die Farben fast ebenso lebhaft wie beim Sonnenregenbogen. Wahrscheinlich bewirkten die noch in die höheren Regionen der Luft fallenden Sonnenstrahlen diese Erscheinung."

Eine sehr lästige Naturerscheinung war noch bis gegen Ende des vorigen Jahrhunderts der sogenannte Höhenrauch. Er entstand durch die damals übliche Morkultur. Man pflügte das Moor oberflächlich um und zündete nach ein paar Tagen die abgetrockneten Schollen an. War die Asche abgetrocknet, dann wurde die Fläche mit Buchweizen besät. Der Höhenrauch, der sich oft über ganz Deutschland hinzog, erregte die Geruchsorgane durch seinen stechenden Geruch, und machte einen unangenehmen Eindruck auf den menschlichen Körper. Im Juni 1783 bedeckte er den größten Teil Europas bis nach Asien und Afrika hin. Auch P. Soltmann berichtet eingehend über diese lästige Erscheinung. In den Jahren zwischen 1823 bis 1837 registriert er in 10 Jahren ein besonders starkes Auftreten des Höhenrauches. Er war oft so dicht, daß man in einer Entfernung von 100 Schritten keinen Gegenstand mehr erkennen konnte. Eine ungeheure Rauchmasse wurde vom Winde fortgetrieben, erneuerte sich aber immer wieder, bis am Abend die Feuer in den Moorgebieten erloschen. Erfreulicherweise übte der Höhenrauch keine schädliche Wirkung auf das Wachstum der Feldfrüchte aus. Heute ist die Kultivierung der Moorlandschaften soweit fortgeschritten, daß man auf das Abbrennen des Moores verzichtet.