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Die erste Erwähnung Hattorfs

Heinrich I. , der Sachse, Sohn Ottos des Erlauchten Herzogs von Sachsen, geboren um 876, war der erste deutsche König aus dem sächsischen Hause. Er hatte schon bei Lebzeiten seines Vaters glücklich gegen die angrenzenden slawischen Völkerschaften und gegen die Ungarn gestritten. Nach seines Vaters Tode wurde er zum Herzog erhoben, war dann mit König Konrad I., der ihm einen Teil seines Erbes, namentlich Thüringen zu entziehen trachtete, in einem harten Kampf geraten. Es gelang Heinrich, sich den Franken gegenüber zu behaupten. Das flößte seinem Gegner so große Achtung ein, daß derselbe auf dem Sterbebett seinen ehemaligen Gegner zu seinem Nachfolger empfahl. So wurde Heinrich am 14. April 919 von den Franken und Sachsen in Fritzlar zum König der Deutschen gewählt. Daß die Fürsten, die ihm die Reichsinsignien brachten, Heinrich beim Vogelfang auf dem Vogelherd bei Pöhlde getroffen haben, ist eine spätere Sage. Der Beiname, der Vogelsteller trifft also nicht zu, richtiger muß er der Städte- und Burgenbauer heißen. In zäher Kleinarbeit schuf Heinrich einen neuen Wehrmachtsteil, die Reiterei, die es ihm ermöglichte, die Ungarn vernichtend zu schlagen. Heinrich war verheiratet mit Mathilde, einer Urenkelin des Herzogs Wittekind. König Heinrich starb am 2. Juli des Jahres 936 in seiner Pfalz zu Memleben und wurde in der Schloßkirche zu Quedlinburg beigesetzt. Seine Witwe Mathilde überlebte ihn, sie starb am 14. März 968 und war die Mutter des späteren Kaisers Otto des Großen. Königin Mathilde stiftete mehrere Klöster, darunter das Praemonstratenserkloster in Pöhlde. Die Stiftungsurkunde ist verlorengegangen, erhaltengeblieben ist eine Urkunde vom 6. Mai 952, in welcher Kaiser Otto I., der Sohn Heinrichs und Mathildens, dem Kloster die Schenkung seiner Mutter bestätigt.