Ur- und Vorgeschichte des Dorfes

Wie lange schon mögen Menschen dort unten im Tale wohnen ?

Schon landschaftlich gesehen mußte, daß hier breite Odertal, mit dem allmählich ansteigenden Nordhang für den frühen Menschen eine besondere Anziehungskraft gehabt haben. Schon bevor unsere Urahnen in die Natur regulierend eingriffen, beherbergte das damals weite Sumpfgebiet des Odertales mit seinen zahlreichen, in den Wiesen vor dem Rotenberg heute noch sichtbaren zahlreichen ( jetzt trockenen ) Wasserläufen, Wasser- und Sumpfgetier aller Größen und Arten. Das Großwild des Höhengeländes mußte hier regelmäßig zur Tränke kommen. Die frühen Ackerbaukulturen fanden hier, auf den hochwasserfreien Flußterrassen mit der fruchtbaren Lößdecke, ideale Voraussetzungungen für eine gute Ernte. Die Voraussetzung für eine dauerhafte Besiedelung verbesserten sich auch dadurch, daß die Weide auf den Höhenzügen durch Jagd und Fischerei ergänzt werden konnte.


Konnte bereits der Mensch in der letzten Kälteperiode (Würmeiszeit) am südlichen Harzrand leben? Sehen wir ihn als Wanderjäger, der seinen Beutetieren auf den jahreszeitlichen bedingten Wanderungen folgte, besteht die Wahrscheinlichkeit.
Die klimatischen Schwierigkeiten verstand er zu meistern, und die Nahrungsgrundlage? Wenn auch das Wollhaarnashorn, dessen Skelett bei Wulften in 8 m Tiefe gefunden wurde, nach den Fundumständen eines natürlichen Todes gestorben sein muß, so beweist es doch, daß der Eiszeitmensch hier sicher ausreichend Nahrung vorgefunden hat.


Die Bronzezeit (1800 - 800 vor Chr.) bietet eine sichere Grundlage für eine Zeitbestimmung in den etwa 50 noch erhaltenen Grabhügeln (Hügelgräber) auf den Höhen des Rotenbergs. In dem wenig fruchtbaren Waldgelände sind diese schon dauerhafte Denkmäler, wenn auch zahlreiche Wölbäcker im Rotenberg andeuten, daß hier der Pflug schon in früherer Zeit manches Grab zerstört haben wird. Da die Hügelgräber in Gruppen, beidseitig des Fastweges liegen, muß dieser Weg auf dem Kamm bereits in der Bronzezeit existiert haben, zumal untersuchte Hügelgräber bei Pöhlde Grabbeilagen aus der Zeit 18 - 1600 vor Chr. enthielten.

Ein Steinkistengrab

aus der Übergangsperiode zur frühen Eisenzeit fand man beim Pflügen auf einem Feld in der Straßengabelung Richtung Herzberg und Richtung Elbingerode. Auf diesem flachen Höhenrücken, auch "An den Fuchslöchern" genannt, fand man dieses Grab. Es enthielt Bruchstücke einer dickwandigen Urne mit Leichenbrand, ein Stück gebogenen Bronzedraht und 3 kleine Beigefäße. Die Fundstücke befinden sich heute im Landesmuseum Hannover.

[ Beim Ausbau der Hattorfer Brunnenstraße ]