Südlich des Rotenberges reicht die Hattorfer Gemarkung bis an die Rhume. Durchschnitten von der heutigen Bundesstraße Gieboldehausen - Strohkrug lagen nur etwa ein Kilometer auseinander die beiden Dörfer:

Thiershausen (Tidershusen) und  Roitzhausen (Rotishusen)

Viele Brennesseln zeugen an der ehemaligen Dorfstätte Thiershausen von einer früheren Besiedelung, tauchen doch diese Pflanzen immer dort vermehrt auf, wo sich menschliche Siedlungen befanden. (Stickstoffreiche "Düngung" durch menschliche und tierische Ausscheidungen.)

Die Urgeschichte kennt einen Vorgang, wonach die Siedlungen sich im Laufe der Zeit konzentrierten, d. h., Einzelhöfe schließen sich zu Dörfern zusammen, und kleine Dörfer werden verlassen. Ihre Bewohner siedeln in größere Dörfer über. Der Vorgang der Konzentration ist in unserer Heimat bis in das 16. Jahrhundert zu beobachten. Immer wieder begegnet man der Auffassung, dass der Dreißigjährige Krieg die Ursache der Verödung dieser Siedlungen sei. Das stimmt nicht. Als der Dreißigjährige Krieg beginnt, sind alle die genannten Orte bereits verödet. Die Gründe für die Verödung, für den Untergang dieser Dörfer sind recht mannigfaltig, meist wirtschaftlicher Natur. Auch in der Gieboldehäuser Flur ist dieselbe starke Konzentration zu beobachten.

Da die jetzige Kreisgrenze jahrhundertelang die Grenze zwischen dem Kurfürstentum Mainz und dem Herzogtum Braunschweig - Grubenhagen war und da zwischen diesen beiden Staaten ebensolange sehr starke Spannungen bestanden, die zu zahlreichen Fehden und Kleinkriegen führten, ist es nicht ausgeschlossen, dass einige unserer untergegangenen Dörfer infolge wiederholter Zerstörungen ein gewaltsames Ende fanden.

Über diese Wüstung schrieb 1862 Georg MAX in seinem Buch
„Geschichte des Fürstenthums Grubenhagen“ :

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