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Johanne Grund, ihre Tochter 17 Jahr alt, Philippine Thomas, 18 Jahr alt, Friederike Breiwisch, 17 Jahr alt, erfroren auf dem Wege nach Osterode (Krücker). Diese Leute gingen am 19ten Februar Morgens um 8 Uhr von hier mit ihren Tragkörben, um nach Hause zurückzukehren. Es war ein entsetzliches Schneewetter, sie ermüden und wurden Nachmittags 3 Uhr hierher erfroren angebracht, nachdem ein Reisender Packenhändler aus Sachsen der Gemeinde davon Nachricht gegeben hatte. Obgleich einige Bemühungen gemacht waren, so blieben sie doch todt."

Unsere Totenregister spiegeln auch die ganze Hilflosigkeit des 17. und 18. Jahrhunderts gegen Seuchen und ansteckende Krankheiten wieder.

Sie berichten im Jahre 1597 zum ersten Male vom Auftreten der Beulenpest. 180 Menschen starben in diesem Jahre an der furchtbaren Krankheit. 1624 bricht die Pest erneut in Clausthal aus, und lähmendes Entsetzen verbreitet sich um den Harz. Im Juni 1626 fordert der Schwarze Tod in Hattorf seine ersten Opfer. 377 Menschen, etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung des Dorfes, starben 1626 an der Pest. Auch im Januar 1627 geht der Tod noch von Haus zu Haus. 1676 fordert die "rote Ruhr" in Hattorf 80 Opfer. Daneben grassieren in nur geringen Zeitabständen Kinderblattern und Diphterie. Im Siebenjährigen Kriege starben 1761  91 Dorfbewohner. Damals lag hier ein englischer Artillerietrain, daher nannte man die Krankheit die "englische Krankheit".
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