Der Oderparksee

Einem ausgedehnten Schotterfeld, welches die Hochwässer der Oder und Sieber in den letzten Jahrtausenden zurückgelassen haben, verdanken wir dieses besondere Kleinod in Hattorf. Schon Ende der 40er Jahre wurde Kies in der ehemaligen "Kiesgrube Firneisen" gefördert. 1981 wurde dann ein Plan in Angriff genommen, der Hattorf die Chance geben sollte, durch die Schaffung des Oderparksees ein überregional bedeutsamer Ferienort zu werden. Im Bereich des heutigen Sees wurden vom ehem. Landkreis Osterode insgesamt 6 ha als Bodenabbaustelle genehmigt. Schon im Jahr der Genehmigung wurde das Rekultivierungsziel als See festgeschrieben. Die Idee des Oderparksees war somit geboren. Gefördert wurden hier 9 Jahre lang Kies und Sand im Trockenabbau, d.h. bis zur Tiefe des mittl. Grundwasserspiegels (3m).

Luftaufnahme vom September 1983 während der Phase der Kiesförderung

Nun ging es daran, das geforderte Rekultivierungsziel zu erreichen und einen See entstehen zu lassen. Eine Mindestwassertiefe, zumindest an einigen Stellen, war unumgänglich da die Möglichkeit zum Baden und Wassersport vorgesehen war. Also war man gezwungen, "Fremdwasser" zuzuleiten. Durch das Mühlenwehr der Oder war man in der glücklichen Lage oberhalb der Wehres an einer Entnahmestelle ( hinter dem Grundstück Mühlenwehrstraße 12 ) Flusswasser zur Verfügung zu haben. Dieses wird noch heute durch eine unterirdische PVC-Rohrleitung in den Oderparksee eingeleitet, dass natürliche Gefälle wird hierbei genutzt. Die Wasserentnahme ist solange möglich (auch rechtlich), wie Oderwasser über das Wehr fließt. Unter günstigen Umständen ist man so in der Lage, den Wasserspiegel in 24 Std. um 10 cm zu erhöhen. Der Einlauf befindet sich im Nordostteil des Sees, hier ist der Bereich der ehem. Kiesgrube "Firneisen".


Da nur der Bodengrund des Oderparksees aus
wasserundurchlässigen Lehmen besteht, war man gezwungen die Seitenböschungen ringsum ebenfalls mit Lehm und Ton abzudichten um ein seitliches Versickern des Wassers in die Kiesschotter zu vermeiden. Die Abdichtung hat nun umgekehrt bewirkt, dass das von den Wiesen vor dem Rotenberg kommende Grundwasser, seit ewigen Zeiten in die Oder als nächsten Vorfluter entwässernd, sich auf der Wiese südlich des kleinen Kiefernhaines staut und so nebenbei ein phantastisches Feuchtbiotop geschaffen hat. Dass mittlerweile zwischen Kiefern nun Rohrkolben (Zylinderputzer) stehen, sollte man schmunzelnd zur Kenntnis nehmen...


Im nordwestlichen Teil des Sees befindet sich der Überlauf, allerdings im Sommer nur bei anhaltenden Regenfällen aktiv. Zu unproportional ist dann die Verdunstungsfläche gegenüber dem zusitzenden Wasser aus der Oder. In der übrigen Zeit fließt das ablaufende Wasser über einen künstlichen Graben in 3 kleine Teiche, die man zur Klärung des Wassers geschaffen hat. Auch hier findet man ein Biotop besonderer Art, vielfältig ist die Tier- und Pflanzenwelt. Nachdem das Wasser die Teiche passiert hat, fließt es dahin, woher es gekommen ist, in die Oder im Volksmund auch Steinlake genannt.

Ein 1995 großangelegter Plan eines Investors, im 1. Bauabschnitt an der Westseite des Oderparkgeländes 55 Ferienhäuser zu erstellen, schlug fehl. Zu diesem Plan gibt es interessante Unterlagen. Mögen diese hier einmal später als Relikte vergangener Zeiten dargestellt werden, wahrscheinlich zu dem Zeitpunkt, wenn die ersten Bewohner in den Wohnhäusern heimisch geworden sind, die hier entstehen sollen. Die Gemeinde Hattorf hat im Jahre 2001 nämlich die Bebauung mit Wohnhäusern anvisiert.

Die Möglichkeit der ungehinderten Nutzung aller Hattorfer Bürger muss aber auch in Zukunft unbedingte Priorität haben, sagte doch der leider viel zu früh von uns gegangene Bürgermeister Udo Stiemerling öffentlich:

...dass der Oderpark für die Hattorfer Bürger erhalten bleibt, dafür gebe ich mein Wort!

Anmerkung: Zur Zeit ist das Baden im See verboten ...