2. Schulerweiterungsbau (zweiklassig)

1953 , im Dezember wird mit dem 2. Schulerweiterungsbau begonnen. Der Bau umfasste: 2 Klassenzimmer, die durch eine schalldichte Harmonikatür in eine Aula verwandelt werden konnte, einen Vorflur gleicher Länge, Brause und Wannenbäder, 1 Wohnung im 1.Stock . (Letztere war zunächst für den Hausmeister vorgesehen, wurde dann aber auf Antrag des Rektors auf Gestellung einer Dienstwohnung gem. Ratsbeschluss v. 21.9.54 diesem zugesprochen. Für den Hausmeister sollte dafür gem. Antrag des Rektors in den oberen Räumen des Nordflügels durch Teilung und Umbau eine Wohnung erstellt werden. Größe 64,36qm.

1954 , im Spätsommer Einbau neuer Heizkessel, und zwar: 1 gr. Heizkessel für den alten Heizkeller, der vorher wasserdicht gemacht wurde, 1 kl. Heizkessel im Schulerweiterungsbau. Gleichzeitig wurde durch Fernheizung u. bes. Anlage im Heizkeller des alten Schulgebäudes nach Umformung des Dampfes das Warmwasser zum Schulerweiterungsbau geleitet. Dazu wird ein zementierter Graben vom alten zum neuen Schulgebäude getrieben. Als besonders hervorhebenswert soll erwähnt werden, dass das alte u. neue Schulhaus eine Wasserleitung erhält, Waschküche u. Hausmeisterwohnung angeschlossen werden und Trinkbrunnen in beiden Häusern geschaffen werden.

1955 , am 16.04. werden die neuen Klassenräume und die Hausmeisterwohnung ihren Bestimmungen übergeben. Die neuen Räume werden durch Landrat, Schulrat und sonst. Behördenvertreter eingeweiht. Für die neuen Klassenräume werden gleichzeitig beschafft: 46 zweisitzige Tische, 2 Lehrertische und 94 Drehstühle. Bis zum 15.04.55 werden nach Auszug des Hausmeisters 1 weiteres Klassenzimmer von rd. 45qm u. das bisher nicht vorhandene Rektorzimmer, beide mit Zugang vom Nordeingang, erstellt. Der Flur im Nordflügel wird völlig renoviert, Klasse und Rektorzimmer erhalten Gummibelag, Keller und Waschküche elektrisches Licht.

1955 , im Nov./Dez. wurden weitere Renovierungen vorgenommen. Den vorhandenen beiden Herden (1 hat die Schule durch eine Handarbeitsausstellung mit Tombola allein gekauft), wurde durch die Gemeinde ein komb. Elektro-Kohleherd hinzugefügt.

1956 , im Juli/Aug. werden auf Antrag die Räume 3 u. 4 im ältesten Teil des Schulhauses gründlichst renoviert. Sie erhalten auch Gummifußbodenbelag.


 

Schon damals Lehrermangel !

Schul-Chronik Seite 74/75

1962 ab 1.04. mit der Einführung des 9. Schuljahres wird die Klassenraumfrage und Stellenbesetzung mehr als prekär. Durch Verhandlungen „in der Spitze“ und örtliche Vereinbarungen wurden der Volksschule Hattorf für 4 Tage in der Woche vorläufig die Räume der landw. Berufsschule am Ostrand des Ortes ausgeliehen. Die Lehrkräfte der landw. Berufsschule, Fachvorsteher Ahrenshop u. Frl. Justrow geben 32 Stunden für die Volksschule, der mit rd. 80 Std. in diesem Schuljahr 5 Std. für jede Klasse fehlen. Gemeinsam mit den 9 Mädchen des hiesigen 9. Klasse erhalten 8 Mädchen der 9. Klasse der Volksschule Wulften hier montags hausw. Unterricht. Die einwandfreie Arbeit an den 514 Schülern unsere neunstufigen u. 16 klassigen Schule ist seit Jahren kaum noch durch die vielen fehlenden Lehrerstunden gewährleistet, zumal es seit Jahren an Lehrern fehlt. Bodenständige Lehrkräfte sind kaum noch zu erwarten, da die Gemeinde nicht für entsprechende Lehrerwohnungen sorgt. Die alten „Dienstwohnungen“ im ältesten Schulhause Bachstr. sind keiner Lehrerfamilie zumutbar. Ständige Verhandlungen des Rektors scheiterten an der geringen Einsicht des Rates. So ist der ständige Wechsel der jungen weibl. Lehrkräfte der Fortentwicklung und Hebung des geistigen Niveaus der Schüler alles andere als dienlich, die älteren Lehrkräfte sind mehr als überlastet.